Wöchentliches Gebet - 22. September 2021

Für Israel

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das sind die Feste des HERRN …“ (3 Mose 23,1).

Am vergangenen Donnerstag war Yom Kippur, der Versöhnungstag. „Am zehnten Tag in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag, da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und eure Seelen demütigen und dem HERRN Feueropfer darbringen“ (3 Mose 23,27). Zu diesem Tag hat Ofer Amitai, unser Freund und Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem, seine Gedanken zum Versöhnungstag 2021 mitgeteilt. Wir geben diese an Euch weiter und schlagen vor, dass ihr – wie wir – zumindest die Zeit, die wir sonst zum Gebet für Israel reserviert haben, mit Hilfe dieser Anregungen vor dem Herrn verbringt.

Wenn ihr wie gewohnt in dieser Zeit für Israel beten möchtet, könnt ihr euch auch an den Gebetsanliegen der letzten Wochen orientieren.

Die Mehrzahl unserer Gebetsanliegen sind ja „Ausdauergebete“, mit denen wir immer wieder vor den Herrn kommen, bis sie sichtbar erfüllt sind.

Versöhnungstag 2021

Und ihr wart tot in euren Übertretungen und Sünden
Ihr habt einst gewandelt und seid dem Lauf dieser Welt gefolgt,
dem Fürsten der Macht der Luft,
dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt. –

Wir alle lebten einst in den Leidenschaften unseres Fleisches,
und folgten den Begierden des Leibes und des Geistes und waren von Natur aus
Kinder des Zorns, wie die übrigen Menschen.

ist reich an Barmherzigkeit, weil er uns mit großer Liebe geliebt hat,
hat uns, als wir tot waren in unseren Übertretungen,
lebendig gemacht mit Christus
– Durch Gnade seid ihr gerettet worden –

Er hat uns mit ihm auferweckt und uns mit ihm gesetzt
in die himmlischen Regionen in Christus Jesus,
damit er in den kommenden Zeitaltern
den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese
in dem Messias Yeschua.

Denn durch die Gnade seid ihr gerettet worden
durch den Glauben. Und das ist nicht euer Werk,
sondern Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken,
damit sich niemand rühme.

Denn wir sind sein Werk, erschaffen in dem Messias Yeschua
zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat,
dass wir in ihnen wandeln sollen.

Wir waren tot, wir waren Sklaven, wir waren auf dem Weg zur Hölle,
aber Gott
hat uns in seiner Barmherzigkeit gerettet!

Nehmt euch Zeit, um vor dem Herrn zu sitzen
und Ihm für seine Barmherzigkeit und Güte zu danken, die Er mit dem Versöhnungsopfer an euch verschenkt hat.

Nehmt euch Zeit, um für die Nation Israel zu beten,
die in Finsternis sitzt, und tot ist in Sünde.

Nehmt euch Zeit, euch neu bewusst zu machen,
was Nachfolge bedeutet
und entscheidet neu, Ihm zu folgen.

Vorschläge zur Bibellese dazu: Lies einen Brief ganz: Römer, Hebräer, Epheser, Galater. Wenn Du ihn zusammen mit jemand anderem liest, dann lest abwechselnd jeweils ein Kapitel, ohne Diskussionen oder Kommentare.

Vorschläge für ein persönliches Gebet zur erneuten Hingabe an den Herrn:

Eph 2,10: "Denn wir sind sein Werk, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen."

Bitte den Herrn, dass Er dir hilft, in Seinen von Ihm vorbereiteten Werken zu wandeln, anstatt deinen eigenen Willen zu tun.

Eph 5,8: "Denn ihr wart einst Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!"

Bitte den Herrn, jede dunkle Stelle in deinem Herzen oder jedes Verhaltensmuster, das nicht im Licht ist, ins Licht zu bringen. Bitte Ihn, dass Er dir hilft, im Licht zu wandeln.

Titus 2,12: Die Gnade Gottes nimmt uns in Zucht, damit wir unter Verleugnung des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste vernünftig und gerecht und gottselig leben in der jetzigen Weltzeit ..."

Bitte den Herrn, dass Er dir hilft, jedes gottlose Verhalten oder Verhaltensmuster, jede weltliche Leidenschaft aufzugeben.

Bitten Ihn, dass Er dir hilft, ein selbstbestimmtes, aufrechtes und gottgefälliges Leben zu führen.

Röm 6,13: "Gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit."

Weiht euren Leib und seine Glieder Gott, damit sie Werkzeuge der Gerechtigkeit und nicht der Ungerechtigkeit sind, als solche, die von den Toten auferweckt worden sind.

Röm 6,19: "Gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit."

Bitte den Herrn, dich zu einer Person zu machen, die der Gerechtigkeit dient, zur Heiligung. Bitte ihn, dich ganz zu Seinem Eigentum zu machen!

1 Petr 2,24: "Er hat unsere Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde gestorben, der Gerechtigkeit leben möchten; durch seine Wunden seid ihr heil geworden."

Bitte den Herrn, dich von allem vergangenen sündigen Leben und Schmerz, vom weltlichen Leben und seinen Folgen zu heilen. Bitte Ihn, dass er dich in Ihm frei macht, damit Du für Ihn in der Freiheit des Lebens des Sohnes Gottes leben kannst!


 

Für Deutschland

1. Aliyah aus Deutschland

Am Montag den 27. September ist der 7. Tag des Laubhüttenfestes, an dem die Juden in der Diaspora weltweit sagen: „nächstes Jahr in Jerusalem.“ Von der Umsetzung dieses Aufrufes in die Tat sind leider die Mehrzahl der jüdischen Organisationen in Deutschland weit entfernt. Stattdessen bestärken sie das unbiblische Verhalten, in der Diaspora zu verharren („Wir sind Münchner. Wir haben unsere Koffer ausgepackt. München ist unsere Heimat“; Charlotte Knobloch auf einer Kundgebung in München 2014, zu der Zeit Vorsitzende des Zentralrates der Juden) und handeln damit auch gegen die Interessen des Staates Israel. Das wird an einem Aufruf des Zentralrats der Juden zum derzeitigen Bundestagswahlkampf sichtbar.

„Deutschlands jüdische Führung gegen Israel

Deutschlands politische Parteien haben selbstverständlich ihre Differenzen. Aber auf eines können sie sich alle einigen: dass die junge, zivilisationistische Partei namens Alternative für Deutschland (AfD) nicht im Bundestag vertreten sein sollte.

Es ist nicht schwer zu sehen warum, denn weil die AfD sich dreist und freimütig für die westliche Zivilisation, die Vereinigten Staaten und Israel einsetzt, nervt sie sie immens. Da die Wahlen bevorstehen, rotten sich die anderen Parteien zusammen, um die AfD zu diskreditieren. Angesichts der Tatsache, dass es sich um Deutschland handelt, besteht die potenteste Einzelmethode darin, sie mit Antisemitismus zu teeren. Und um das möglichst effektive zu tun, muss dieser Vorwurf federführend von Juden kommen.

Das erklärt, warum Deutschlands Zentralrat der Juden (ZdJ) ein Dokument initiierte, dem nicht weniger als 68 weitere jüdische Organisationen beipflichteten. Unter der Überschrift ‚Juden gegen die AfD‘ fordert es die Deutschen auf für irgendeine andere Partei, aber nicht die AfD zu stimmen. Die Botschaft ist nicht subtil: ‚Wählen Sie am 26. September 2021 eine zweifelsfrei demokratische Partei und helfen Sie mit, die AfD aus dem Deutschen Bundestag zu verbannen.‘

Das am 9. September veröffentlichte Dokument beschuldigt die AfD im Parlament ‚Unheil anzurichten‘ und bezeichnet sie als Heimat vom ‚Antisemiten und Rechtsextremen‘, in der ‚Rassismus und Menschenfeindlichkeit ihren Nährboden finden‘. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, behaupten die Unterzeichner sogar sie seien ‚überzeugt, dass die AfD eine ... religionsfeindliche Partei ist‘.

Zu diesen Organisationen gehören einige große und international etablierte Namen, darunter das American Jewish Committee, B'nai Brith, die Claims Conference, der European Jewish Congress, der Jüdische Nationalfonds, Limmud, die Makkabi-Spiele, die Ronald S. Lauder-Stiftung, die Union Progressiver Juden und der World Jewish Congress.

Zuerst einmal lohnt es sich festzuhalten, dass alle deutschen und amerikanischen steuerbefreiten Organisationen [eingetragene Vereine], die dieser Erklärung beipflichten, eindeutig gegen das Gesetz verstoßen, indem sie dafür werben, wie gewählt werden soll. Die Schlagzeile des Dokuments beinhaltet eine kindische Grafik eines nach unten gerichteten Pfeils, mit dem der aufwärts gerichtete der AfD umgekehrt wird. Seltsamerweise schreibt der ZdJ den Parteinamen in dem Dokument nicht ein einziges Mal aus, schreibt nur ‚AfD‘, ihre Initialen, als würde es durch Erwähnen des vollständigen Namens besudelt.

Einen Tag darauf reagierte die Organisation Juden in der AfD (JAfD) auf diesen Knall. Es begann mit der Feststellung, dass der ZdJ fast seine gesamten 14 Millionen Euro Jahresbudget von der Regierung erhält – also folgt er natürlich der Regierungslinie. Er hält auch fest: ‚An diesem Aufruf haben praktisch nur [deutsch-] jüdische Organisationen teilgenommen, die vom Staat finanziert werden. Unabhängige jüdische Organe wie die Monatszeitung Jüdische Rundschau und konservative jüdische Verbände wie Chabad Deutschland sind nicht vertreten.'

Es wird noch schlimmer. Der Zentralrat der Juden, hält der deutsch-jüdische Autor Chaim Noll fest, ‚ist eine beispiellose Einrichtung, die es in anderen Ländern nicht gibt und die auch im Judentum unbekannt ist. Das ist eine von der Bundesregierung finanzierte, staatliche Institution, zur Verwaltung der Juden des Landes. Das gibt es sonst nirgendwo. Das ist die eigentliche Tragik der Juden in Deutschland, dass sie hier diesem Regime unterworfen sind. In anderen Ländern sind die jüdischen Gemeinden autonom.‘

Was den Inhalt angeht, so argumentieren die JAfD korrekt, dass ‚die AfD mehr als jede andere Partei im Deutschen Bundestag getan hat, um jüdisches Leben zu schützen,‘. Insbesondere initiierte sie erfolgreich ein Verbot der Hisbollah und der Unterstützung der BDS-Bewegung und sie arbeitet daran der UNRWA die Finanzierung zu entziehen und die Etikettierungsforderungen für jüdische Produkte aus der Westbank abzuschaffen.

Als ich am 14. März 2019 im Bundestag saß, war ich persönlich war Zeuge davon, wie darüber abgestimmt wurde die deutsche Regierung zu drängen in der UNO wohlwollender für Israel abzustimmen. Die Mitglieder der AfD stimmten zu 89 Prozent für diesen Antrag, rund 350-mal so viele, wie das Viertel eines Prozents der Regierungsparteien, die sich ihnen anschlossen.

(Deutschlands Parlament stimmte gestern über einen Beschluss ab, in der UNO mehr für Israel abzustimmen. Ein Mitglied von 398 aus der Regierungskoalition stimmte dafür. 89% der AfD und 86% der FDP stimmten dafür. Ich: Merkel redet nur, die AfD liefert.)

Dieser Streit illustriert eine tiefe Wahrheit zu den jämmerlichen jüdischen Leitern Europas: dem Establishment verpflichtet opfern sie den Großteil ihrer zionistischen Neigungen, um in der Gunst zu bleiben. (Für mehr Details dieses Musters, lesen Sie meinen Artikel ‚Europas Juden gegen Israel‘.) Sie beugen sich so begierig vor der Regierung, dass sie sogar Israels aktuellen Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, überzeugten, das diplomatische Protokoll zu brechen, die AfD offen anzugreifen und Deutschlands antiisraelische Parteien in Schutz zu nehmen …“

Daniel Pipes (DanielPipes.org, @DanielPipes),Präsident des Middle East Forum in Israel HaYom  12. September 2021

Englischer Originaltext: Germany's Jewish Leadership vs. Israel Übersetzung: H. Eiteneier

http://de.danielpipes.org/20633/deutschlands-juedische-fuehrung-gegen-israel

Wir können beten

  • dass der Herr die jüdischen Organisationen und besonders deren Leiter von dem Irrweg befreit, sich hier in der Diaspora einzurichten
  • dass Gott in den jüdischen Gemeinschaften und Synagogen in Deutschland wirkt und besonders zu den Leitern spricht. „Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war.“ (Hes 34,11-12)
  • dass Gott seinem Volk in der Diaspora eine Sehnsucht nach dem Land Israel und nach Jerusalem ins Herz legt. „Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht Jerusalem meine höchste Freude sein lasse.“ (Psalm 137,5-6)
  • dass der Widerstand gegen die Aliyah in den Herzen der Juden zerbricht, damit Gott Sein Wort erfüllen und sie in Sein Land zurückbringen kann
  • dass Juden in den Nationen eine Vision für das Land Israel bekommen, damit sie ihre Ängste überwinden können und einen Umzug nach Israel wagen
  • dass Gott fortfährt, Sein Volk zu sammeln, bis wirklich alle zu Hause sind und keiner zurückgeblieben ist. „Daran sollen sie erkennen, dass ich, der HERR, ihr Gott bin, weil ich sie unter die Heiden in die Gefangenschaft führen ließ und sie nun wieder in ihr Land versammle und keinen von ihnen mehr dort zurücklasse.“ (Hes 39,28)
  • dass die Arbeit der Organisationen im Land (z.B. Jewish Agency, Ebenezer Operation Exodus), die zur Aliyah aufrufen und sie unterstützen, wirkungsvoll ist. „Denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen. Und Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen. Und die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen.“ (Jes 14,1-2a)

2. Wahlen am 26. September

Korrektur

Wie uns durch eine Mailempfängerin aus Jena mitgeteilt wurde, findet die für den am 26.  September geplante Landtagswahl in Thüringen nicht statt. Sie schreibt: „‘In Thüringen wird 2021 voraussichtlich kein neuer Landtag gewählt. Ursprünglich sollte am 26. September parallel zur Bundestagswahl gewählt werden. Darauf hatten sich Thüringer Linke, SPD, Grüne und CDU verständigt. Allerdings war im Vorfeld ungewiss, ob diese Fraktionen zusammen die nötige Zweidrittelmehrheit für die Auflösung des Parlaments stemmen können. Einige Abgeordnete hatten angekündigt, nicht dafür stimmen zu wollen. Linke und Grüne sahen keine Mehrheit unabhängig von der AfD und zogen den Antrag zur Auflösung daher zurück.‘“ (Quelle; MDR Thüringen)

In Berlin findet die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (Landesparlament von Berlin) statt.

 

Wir möchten heute zwei Bereiche ansprechen, die uns im Gebet dringlich erscheinen. Zum einen die Tatsache, dass sehr wenig mit Fakten, dafür aber um so mehr mit Emotionen, Manipulation, Verdrehungen, offenen Lügen usw. Wahlkampf betrieben wird.

Zum anderen die Tendenz, auch in der Diskussion von Corona-Maßnahmen mit dem Schüren von Ängsten und Druck, anstatt mit ruhiger Sachüberlegung zu arbeiten. Da in diesem Bereich direkt nach der Bundestagswahl eine neue Regierung gefordert ist, wollen wir auch weiter für diesen Bereich beten.

„‘Enkelkinderbriefe‘: Die emotionale Erpressung der eigenen Großeltern ist antidemokratisch

Grüne Politiker werben im Internet für Briefentwürfe, mit denen junge Menschen die Wahlentscheidung der eigenen Großeltern beeinflussen sollen. Tenor: Wer jetzt nicht die Grünen wählt, zerstört die Zukunft der Jugend. Das ist Anstiftung zum elektoralen Enkeltrick.

‚Liebe Oma, ich wollte dir mal wieder schreiben, weil ich mir Sorgen um die Zukunft mache. Bitte wähle im September eine Partei, die Klimaschutz ernst nimmt. Denn damit schenkst du mir und anderen jungen Menschen eine Zukunft.‘ So liest sich ein vorformulierter Brief der Aktion ‚Enkelkinderbriefe‘.

Die Aktion, die von Prominenten und B-Prominenten unterstützt und von grüner Parteiprominenz verbreitet wird, bietet im Internet eine Auswahl an Textbausteinen, mit denen man anstrengungsarm Briefe an Oma und Opa schreiben kann. Das Ziel der Briefe soll sein, die Großeltern bei ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen. Im Sinne des Klimas. Was auch immer das heißt.

Praktischerweise sind die Ängste, aus denen man auswählen kann, um sie den Großeltern auf den Küchentisch zu legen, schon ausformuliert. Sieben von neun Möglichkeiten beziehen sich auf Klima und Umwelt: Hitzesommer, Extremwetter, Waldsterben. Als gäbe es nicht noch andere Sorgen, die junge Menschen bewegen. Unbezahlbare Mieten, dürftige Löhne, hohe Abgaben, zu wenig Freiheit und langsames Internet haben keinen Platz in dieser monothematisch-apokalyptischen Welt. Am Ende wird ein Text generiert, den man nur noch in Schönschrift abschreiben muss. Schön persönlich.

Die Idee, Großeltern ihre Stimme abzuluchsen, der elektorale Enkeltrick, ist nicht ganz neu. Seit Wochen empfehlen reichweitenstarke Internetpersönlichkeiten wie Diana zur Löwen (eine Million Follower auf Instagram), die eigenen Großeltern zu kontaktieren, um ihnen auf nette Art zu erklären, dass die Zukunft ihrer Enkel nur gesichert ist, solange die großelterlichen Wahlstimmen bei einer Klimaschutzpartei landen. Tipps gibt es auch gleich dazu: Auf bunten Schaubildchen wird erklärt, das Anliegen könne am besten bei einem ruhigen Spaziergang oder in einem emotionalen Brief vorgetragen werden.

Die Denkweise dahinter verrät ein unverkrampftes Verhältnis zum Bevormunden und ist plump antidemokratisch: Da junge Menschen länger leben, sollen ihre Stimmen mehr wert sein. Weil das natürlich nicht so super klingt, geht man über zur emotionalen Erpressung. In einem der Textbausteine der Aktion, für die auch Grünen-Spitzenpolitiker wie Cem Özdemir und Renate Künast werben, heißt es: ‚Naturkatastrophen, wie die Überschwemmungen in Westdeutschland, kommen immer häufiger und immer näher zu uns. An einigen Orten, auch in Deutschland, werden die Menschen in Zukunft nicht mehr leben können. Das macht mir wirklich große Sorgen.‘

Weil die eigenen Großeltern vielleicht aber schon ein bisschen schwer von capé sind, ist es ratsam, die Wahl zum Generationenkonflikt zu stilisieren. In der Vorlage heißt es weiter: ‚Im September darf ich noch nicht wählen. Du aber schon. Und deine Altersgruppe ist die Mehrheit, die über die Politik der nächsten Jahre entscheiden wird. Ihr könnt dafür sorgen, dass wir eine neue Regierung bekommen.‘

Eine ähnlich prophetenhaften Erzählung findet sich auch bei den Grünen. Deren Spitzenkandidatin Annalena Baerbock steht in ihrem Wahlvideo in einem trockenen Wald, dazu ertönt ihre Stimme aus dem Off mit warnenden Worten: ‚Ihre Stimme entscheidet über die letzte Regierung, die aktiv Einfluss auf die Klimakrise nehmen kann. Bevor es zu spät ist.‘ Die Botschaft ist klar: Nur wer Grün wählt, kann also die Welt vor dem Untergang bewahren.

Diese sentimentale Dringlichkeit herzustellen, verbunden mit der Präsentation der vermeintlich einzig richtigen Lösung, nämlich der Wahl der Grünen, ist demokratietheoretisch zumindest fragwürdig. Ist in dieser Logik nicht jede Stimme, die nicht bei den Grünen landet, unterlassene Hilfeleistung im Angesicht der Katastrophe?“

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article233804386/Enkelkinderbriefe-Die-emotionale-Erpressung-der-eigenen-Grosseltern-ist-antidemokratisch.html

„2G bei medizinischen Untersuchungen: Keine Vorsorge für Ungeimpfte?

Die Diskussion über Beschränkungen für Ungeimpfte verschärft sich. Die Magen-Darm-Ärzte diskutieren, ob man die 2G-Regelung auch auf verschiebbare Vorsorge-Untersuchungen anwenden sollte. Ein Medizinethiker hat dazu eine klare Haltung.

Die Magen-Darm-Ärzte debattieren bei einem Kongress, ob man nicht auch bei Vorsorge-Untersuchungen oder Endoskopien eine 2G-Regel anwenden könnte - also nur noch Geimpfte oder Genesene Patienten akzeptieren sollte.

Damit wird eine Praxis angesprochen, die in manchen Einrichtungen bereits umgesetzt wurde. Doch im medizinischen Kontext wirft diese Diskussion grundsätzliche Fragen auf, wie Medizinethiker Professor Urban Wiesing vom Universitätsklinikum Tübingen im Gespräch mit WELT erklärt.

WELT: Wir bewerten Sie die Überlegungen der Gastroentologen aus medizinethischer Sicht?

Urban Wiesing: Ärzte haben ganz grundsätzlich kein Recht, Anforderungen an ihre Patienten zu stellen. Das ist im sogenannten Genfer Gelöbnis, das der Berufsordnung vorangestellt ist, so festgelegt. Dort heißt es: ‚Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung (…) zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten.‘ Eine Krankheit oder mögliche Ansteckungsgefahr ist also per se kein Grund, um einen Patienten abzulehnen …

WELT: Die Ärzte fürchten neben dem Infektionsrisiko auch ökonomische Schäden durch quarantänebedingte Praxisschließungen. Dann wiederum wären auch andere Patienten betroffen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bitte um vorherige Impfung doch nachvollziehbar.

Wiesing: Dieses Argument ist nachvollziehbar, aber zu schwach. Wir haben in Deutschland eine gute und im Regelfall flächendeckende Versorgung, sodass die Patienten im Zweifelsfall auf andere Praxen verteilt werden könnten. Und das ökonomische Risiko tragen Arztpraxen ohnehin immer. Es gibt viele hochinfektiöse Krankheiten, die zu Quarantänemaßnahmen führen können. Man kann diesem Risiko natürlich vorbeugen, indem man Einzeltermine für Ungeimpfte anbietet – was ohnehin geboten ist, um etwaige Risikopatienten im Wartezimmer zu schützen. Das ist wiederum mit einem höheren Organisationsaufwand verbunden, der nachvollziehbarerweise extrem ärgerlich ist. Aber auch hier gilt: Ein Verweigern der Behandlung ist aus ethischer Sicht nicht zulässig.

WELT: Das ist ganz schön viel Aufwand, um Menschen, die sich meist aus ideologischen Gründen nicht impfen lassen wollen, Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Man könnte auch meinen: Wer diese Entscheidung trifft, muss mit den Konsequenzen leben …

Wiesing: Das ist eine ganz brisante Argumentation, die zu grundsätzlichen ethischen Fragen führt: Warum soll man einen Raucher gegen Lungenkrebs behandeln? Immerhin hat er sich selbst für das Rauchen entschieden. Oder warum soll ich einen Übergewichtigen gegen Diabetes behandeln – er könnte ja erst mal gesünder essen und abnehmen. Auch im Kontext von Versicherungen wird das immer wieder diskutiert. Muss jemand, der eine sehr riskante Sportart betreibt, eine Zusatzversicherung abschließen – warum soll die Allgemeinheit für riskantes Verhalten aufkommen? Wenn man sich das mal genau anschaut und weiterdenkt, dann müsste man allerdings Fußball verbieten oder absurde Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung fordern – hier entstehen die höchsten Kosten durch Sportverletzungen.

WELT: Das wäre in Deutschland undenkbar.

Wiesing: Genau - man kommt auf eine Ebene, in der es dann um die Bewertung von Lebensstilen geht. Das sollte man im politischen Raum auf jeden Fall vermeiden. Deswegen sind in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen auch verpflichtet, jeden Menschen zu den gleichen Konditionen aufzunehmen, egal, wie sie sich verhalten. Und Ärzte sind verpflichtet jeden Menschen zu behandeln. Egal, wie er sich verhält – das ist das Wesen dieses Berufes.“

https://www.welt.de/wissenschaft/plus233814816/2G-bei-medizinischen-Untersuchungen-Keine-Vorsorge-fuer-Ungeimpfte.html

Wir können beten

  • dass Familienbeziehungen durch manipulative Angriffe, wie z.B. den „Enkeltrick“, geschützt werden und dass diejenigen, die mit solchen Methoden arbeiten, keinen Erfolg haben. „Wer eine Grube gräbt, fällt hinein; und wer einen Stein wälzt, auf den kehrt er zurück.“ (Spr 26,27)
  • dass Christen in der Politik, aber auch in allen anderen Gesellschaftsbereichen, sich nicht an Lüge und Manipulation beteiligen, sondern als Kinder des Lichts handeln. „Denn ihr waret einst Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!“ (Eph 5,8)
  • dass Gott Gnade geben und durch die Wahl doch einige Politiker berufen möge, die sich in ihrem Leben und in ihrem Amt durch Gottesfurcht, Gerechtigkeit und Besonnenheit auszeichnen. „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und vernünftig, gerecht und fromm in dieser Welt leben.“ (Titus 2,11-12)
  • dass grundlegende Ordnungen Gottes nicht weiter durch Manipulation zerstört, sondern vielmehr wieder aufgerichtet werden. „Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig. Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind recht und verlässlich.“ (Ps 111,7-8)
  • dass in den Wahlen Gottes Wille für unser Land durchkommt. „Menschen haben den Kopf voller Pläne, doch nur der Beschluss des HERRN wird ausgeführt.“ (Spr 19,21)

Möge der Herr uns allen helfen, als Beter mit Ausdauer fest zu stehen.

Heinz-Jürgen Heuhsen


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