Wöchentliches Gebet - 16. November 2022

Für Israel

Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.

Wir lasen mit von "Gott geleitetem" Entsetzen - d.h. Gott machte Sein Wort für uns real - von der Ablehnung und Zurückweisung des Messias durch unser Volk Israel. Gott der Sohn wurde von Israel abgelehnt! Die Ungeheuerlichkeit des Verbrechens wurde uns beim Lesen der Heiligen Schrift vor Augen gestellt.

Wie oft lesen wir diesen Bericht ungerührt - unberührt von der Realität dessen, was wir alle (ja, auch ihr) mit Gottes Sohn getan haben? Welche Demütigung musste Er ertragen. Es ist nicht nur der physische Schmerz, den Er am Kreuz ertragen musste, sondern auch die Schmach.

Mk 14,55 "Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; …
V 56 …viele gaben falsches Zeugnis gegen ihn
V 61 ... Wieder fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Gesegneten?
V 62 Jesus aber sprach: Ich bin es.
V 63 Der Hohepriester aber zerriss seine Kleider und spricht: Was brauchen wir noch Zeugen?
V 64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Sie alle aber verurteilten ihn, dass er des Todes schuldig sei.
V 65 Und einige fingen an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener schlugen ihm ins Angesicht."

Mk 15,2 "Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortet... Du sagst es.
V 3 die Hohenpriester klagten ihn vieler Dinge an.
V 11 Die Hohenpriester aber wiegelten die Volksmenge auf
V 12 Pilatus aber antwortete… Was wollt ihr denn, dass ich mit dem tue, den ihr König der Juden nennt?
V 13 Sie aber schrien wieder: Kreuzige ihn!"

„Im Verständnis des Volkes Israel war jeder, der an einem ‚Baum‘ hing, verflucht: 'Verflucht ist jeder, der am Holze hängt' (Gal 3,13; 5 Mose 21,23).  Als solcher ist er von seinem Volk verworfen, verflucht inmitten des Volkes Gottes - und auch vom Gott des Gesetzes. Er ist ausgeschlossen vom Bund des Lebens ... verflucht und ausgeschlossen aus dem Kreis der Lebenden und von der Gemeinschaft mit Gott.

Für die Griechen... war die Kreuzigung so ‚erniedrigend und verächtlich‘, wie man es sich nur vorstellen konnte. Sie sandte ein unmissverständliches Signal: Dieser Mensch ist ‚nicht würdig zu leben; er ist nicht einmal als Mensch anzusehen‘,d.h. er ist verurteilt ‚als Tier zu sterben‘, wie es die Römer ausdrückten.“ (Zitat aus "The Crucifixion" von Fleming Rutledge)

Melito, der Bischof von Sardes, schrieb in einer Predigt:

„Er, der die Erde im All aufhing, ist gehängt.
Er, der den Himmel befestigt hat, ist befestigt worden.
Er, der das Universum befestigt hat, ist an einem Baum befestigt worden...“

Der Souverän ist durch seinen nackten Körper unkenntlich gemacht worden, und es wurde ihm nicht einmal ein Gewand erlaubt, das ihn vor den Blicken schützte.

Darum wandten sich die Lichter des Himmels ab, und der Tag wurde verfinstert.

Die Berichte, die in den frühen Jahren des Christentums aufgeschrieben worden sind, besagen alle, dass die Schande eines Gekreuzigten darin bestand, nackt am Kreuz zu hängen.

Menschen haben den Sohn Gottes derart beschämt…

UND DENNOCH hat Er sich nicht von uns Menschen abgewandt. ER wird sogar wiederkommen, um uns mit sich zu versöhnen.

Sach 12,10 „Und ich werde ausgießen über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt.“

Ist es nicht herzzerreißend, dass Er trotz allem, was Er von uns erduldet hat, dennoch kommen wird, um uns mit sich selbst zu versöhnen? -

Möge uns allen eine Offenbarung davon geschenkt werden, wer Yeshua ist und was Er erlitten hat. Mögen wir erfüllt werden mit Staunen, Ehrfurcht und Dank. Möge unser Herz brennen mit Sehnsucht nach Ihm und seiner Rückkehr.

1. Für die Errettung Israels

Wir können beten

  • dass diese Ablehnung des Messias für Israel so real wird, als wäre sie gestern geschehen  
  • dass harte Herzen durch die am Kreuz gezeigte Liebe Gottes erweicht werden. „Wie sehr Gott uns liebt, beweist er uns damit, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)
  • dass durch den Heiligen Geist die kommende Versöhnung Israels mit seinem Messias und König in den Herzen vorbereitet wird, wie es bei der Versöhnung Josefs mit seinen Brüdern war
  • dass die Blindheit Israels durch seine von Nägeln durchbohrten Hände geheilt wird. „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu predigen und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen; zu predigen das angenehme Jahr des Herrn.“ (Lk 4,18-19)
  • dass Gott Israel Seinen Sohn offenbart - nichts anderes wird den Schleier entfernen, der sich über Israels Augen (d.h. über sein Verständnis) gelegt hat
  • dass Gott die Macht der Religion bricht, die in Israel so stark ist

2. Für den Leib des Messias im Land.

Wir können beten

  • dass der Herr seine Gemeinde im Land Israel besucht und sich ihr offenbart
  • dass der Herr der messianischen Gemeinde im Land Israel ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz geben möge, indem er ihnen das Geschehen am Kreuz real macht. „Die Gott wohlgefälligen Opfer sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.“ (Ps 51,19)
  • und bitten, dass der Herr gesalbte Prediger des Kreuzes in den Gemeinden schenkt
  • dass der Herr Seiner Gemeinde Gnade gibt, ihrer Berufung für diese Zeit gerecht zu werden. „Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende!“ (Mt 9,36-38)
  • dass Anbetung im Geist und in der Wahrheit in Israel geschieht. „die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Joh 4,23-24)

3. Für die Regierung

In Israel finden z.Zt. Gespräche zur Bildung der neuen Regierung statt, und gleichzeitig verstärkt der Iran seine Drohungen gegen Israel.

„Iran verkündet erfolgreiche Entwicklung von Hyperschall-Rakete

Der Iran hat nach eigenen Angaben erstmals eine 'alle Luftabwehrsysteme' überwindende Hyperschall-Rakete entwickelt…

Die Rakete, 'die auf feindliche Raketenabwehrsysteme abzielt', sei ein Quantensprung im Raketenbereich.

Hyperschall-Raketen können mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen, also etwa 6200 Kilometer pro Stunde. Sie sind wegen ihrer Schnelligkeit und wegen ihrer vergleichsweise geringeren Flughöhe von Radarsystemen schwer zu erfassen. Hyperschall-Raketen sind überdies manövrierfähig, sodass sie schwer auszumachen und abzufangen sind.

Anwendung im Ukraine-Krieg

Russland ist derzeit an der Spitze bei der Entwicklung und hat bereits Hyperschallraketen im Ukraine-Krieg eingesetzt.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article242057837/Revolutionsgarden-Iran-verkuendet-erfolgreiche-Entwicklung-von-Hyperschall-Rakete.html?icid=search.product.onsitesearch

Israel und die USA arbeiten zusammen, um der Bedrohung durch Hyperschallraketen zu begegnen

… Israel verfügt zwar über ein mehrschichtiges Luftverteidigungssystem, darunter Iron Dome und Arrow 3, aber es gibt noch nichts, was Hyperschallraketen abwehren kann…“

https://www.jpost.com/israel-news/article-722027

Wir können beten

  • dass der Herr Gnade gibt und eine Regierungskoalition nach Seinem Willen gebildet wird. „Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.“  (Dan 2,21)
  • dass Er Israel Regierende gibt, die ihrer Nation dienen wollen und sie nicht für ihre eigenen Absichten benutzen oder sogar missbrauchen.
  • dass die Regierung Israels sich nicht auf ihre eigene Klugheit, auf technische Errungenschaften und militärische Stärke verlässt, sondern dass sie erkennt, dass sie allein von dem Eingreifen des Gottes Israels abhängig ist. „Wir wollen nicht mehr das Machwerk unserer Hände als unseren Gott anrufen! Denn du hast Erbarmen mit dem, der keinen Beschützer hat!“ (Hosea 14,4b; GN)
  • dass die Regierung Weisheit hat, wie die Finanzen in angemessener Weise zwischen den Verteidigungsausgaben und den Ausgaben für die wirtschaftlichen Entwicklung des Landes verteilt werden sollen
  • dass der Herr Seine Zusage wahr macht und Sein Volk schützt. „Der HERR vereitelt den Rat der Heiden, er verhindert die Anschläge der Völker. Der Rat des HERRN besteht ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!“ (Psalm 33,10-12) 


Für Deutschland

1. Für die Gemeinde

„Sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein. Und man sah sie wegfahren, und viele merkten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an“. (Mk 6,34)

Menschen suchen Hilfe. Es hatte sich herumgesprochen, dass es bei Jesus Hilfe gibt. Als Jesus mit Seinen Jüngern an einem abgelegenen Ort eine Pause machen wollte, folgten die Menschen, die Hilfe von Jesus suchten. Jesus hatte Erbarmen – und lehrte sie:

Von da an begann Jesus zu predigen und zu sprechen: Tut Buße; denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ (Mt 4,17)

„Als er (Jesus) aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet/beraubt und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“. (Mt 9,36-38)

Und Er (Jesus) hat gegeben etliche zu Aposteln, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, um die Heiligen zuzurüsten für das Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis dass wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen und zum vollkommenen Manne werden, zum Maße der vollen Größe Christi.“ (Eph 4,11-13).

In der vergangenen Woche haben wir von der Bedeutung des Werkes Jesu am Kreuz und der Notwendigkeit Seines Sühnetodes gehört und dazu gebetet. Die, welche Befreiung von Sünde und Neues Leben empfangen haben, möchte Jesus dann gebrauchen, Sein Werk zu tun. Wir als Sein Leib müssen zusammenwachsen und geistlich stark werden – d.h. „zum Maße der vollen Größe Christi“ heranwachsen. ER möchte, dass Sein Werk auf der Erde getan wird.

„Die geistliche Gesundheit des Werkes Gottes – dessen Vorankommen und Ausbreitung – ist ein zentraler Bereich der Fürbitte. Offensichtlich hängt alles vom geistlichen Charakter der Arbeiter ab. Wenn es in ihnen keine zunehmende Christusähnlichkeit und kein Wachstum eines geistlichen Charakters gibt, wird das Werk des Herrn zu einem Werk des Fleisches verkommen.

Paulus schrieb durch den Heiligen Geist an die Gemeinde in Ephesus, dass sie eine Zurüstung brauchen, damit sie als ein Leib in der Lage sind, das Werk fortzusetzen, was Jesus begonnen hat, als ER in menschlicher Gestalt auf der Erde war. Deshalb heißt es im ersten Satz der Apostelgeschichte: 'Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat, bis zu dem Tage, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde…' (Apg 1,1) 

Jesus will in unseren Tagen Sein Werk fortsetzen. Er hat Seinen Leib auf der Erde - Seine Gemeinde. Sein Ziel für uns als Seine Gemeinde ist es, dass wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen.

Es gibt keinen anderen Weg, auf dem das Werk des Herrn vorankommen kann, als durch einen wachsenden geistlichen Charakter und eine zunehmende Christusähnlichkeit in den Arbeitern. Hier ist Fürbitte dringend nötig. Wenn Oberflächlichkeit in den Arbeitern ist, wird das Werk oberflächlich sein. Wenn die Arbeiter falsche Lehre fördern, werden geistliche Armut und Spaltung das Ergebnis sein. Das kann sogar bis zu 'verführerischen Geistern' und 'Lehren von Dämonen' führen (1 Tim 4,1). Ein derartiger Verfall des geistlichen Charakters führt zu einer abgefallenen Gemeinde und zu einem Werk, das nicht von Gott ist. Sein Wille ist im Wort Gottes geoffenbart, damit Sein Werk geistlich gesund ist.“ (Lance Lambert; Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein, S. 263f; Ergänzung und Änderung durch EdP.)

Es gibt angesichts der vielen guten Bücher über persönliches Gebet sehr wenige, die korporatives Gebet so inspirieren und beflügeln können wie das vorliegend genannte Buch von Lance Lambert. Wenn ihr es nicht kennt, empfehlen wir es euch dringend (derzeit 9,95 € statt 14,95 €): https://www.azarnet.de/index.php/shop/buecher/bll001

Paulus schreibt deshalb an die Gemeinde in Kolossä: „Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis Seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt zu allem Wohlgefallen: in allem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt nach der Macht seiner Herrlichkeit zu aller Standhaftigkeit und Geduld, mit Freuden. (Kol 1,9-11)

Die Gemeinde Jesu soll aus Menschen bestehen, die für das Königreich Gottes leben und in der Fähigkeit zunehmen, Sein Werk auf der Erde zu tun. „Wir sind Gott allezeit zu danken schuldig für euch, Brüder, wie es sich geziemt, weil euer Glaube über die Maßen wächst und die Liebe eines jeden einzelnen von euch zunimmt allen gegenüber, so daß wir selbst uns euer rühmen in den Gemeinden Gottes wegen eurer Standhaftigkeit und Glaubenstreue in allen euren Verfolgungen und Drangsalen, die ihr zu ertragen habt“ (2 Thess 1,3-4).

Wir können beten

  • und danken, dass Jesus Menschen beruft und befähigt, das Wachstum der Gemeinde durch ihren Dienst zu fördern und „die Heiligen zuzurüsten für das Werk des Dienstes“
  • dass die Gemeinde die von Gott berufenen Leiter erkennt und für diese betet. „Bei allem Gebet und Flehen aber betet jederzeit im Geist, und wachet zu diesem Zwecke in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, auch für mich, damit mir ein Wort gegeben werde, so oft ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums kundzutun“ (Eph 6,18-19).
  • dass Jesus diese Männer mit Seinem Eifer für den Dienst ausrüstet. „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Manne verlobt, um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen.“ (2 Kor 11,2)
  • dass die Gemeinde wach ist und es nicht erträgt, wenn „ein anderer Jesus“ (2 Kor 11,4) gepredigt wird
  • dass sie einen wachsenden Hunger nach dem Wort bekommt und mit Freude beim Hören und Lesen des Wortes erfüllt wird. „Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude; sie sind meine Ratgeber.“ (Psalm 119,24)
  • dass die Gemeinde erfüllt wird mit der Erkenntnis des Willens Gottes
  • dass die Gemeinde des Herrn würdig wandelt und viel Frucht bringt. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5)

2. Für die Beziehung Deutschland - Israel

Welche Folgen es haben kann, wenn verführerische Lügengeister die Gedanken und Handlungen von Menschen in regierungsnahen Institutionen beeinflussen, wurde in der vergangenen Woche wieder in Israel sichtbar.

„Heftige israelische Kritik am Tel Aviver Goethe-Institut

Eine für den Jahrestag der Novemberpogrome geplante Veranstaltung trifft in Israel auf Kritik. Die ebbt auch nicht ab, als das Tel Aviver Goethe-Institut den Tag ändert.

An prominenter Stelle bringen die israelischen Rundfunknachrichten derzeit wiederholt Kritik am Goethe-Institut in Tel Aviv. Zitiert werden Politiker und der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor.

Das Goethe-Institut Tel Aviv hatte eine Podiumsdiskussion mit dem Titel ‚Den Schmerz der Anderen begreifen – Holocaust, Nakba und deutsche Erinnerungskultur‘ für den heutigen 9. November geplant. Mitveranstalter ist die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Erneut sollte so ein Zusammenhang zwischen dem Holocaust, bei dem die Nazis sechs Millionen Juden ermordet hatten, und der vermeintlichen Vertreibung von etwa 800.000 ‚Palästinensern‘ während des israelischen Unabhängigkeitskrieges von 1948 hergestellt werden.

‚Trivialisierung des Holocaust‘

Das Außenministerium in Jerusalem äußerte am Dienstag ‚Erschütterung und Abscheu angesichts der dreisten Trivialisierung des Holocaust und der zynischen und manipulativen Absicht, eine Verbindung herzustellen, deren ganzes Ziel die Diffamierung Israels ist‘.

Botschafter Prosor schrieb bei Twitter: ‚Am Gedenktag an die Novemberpogrome 1938 haben das Goethe-Institut und die Rosa-Luxemburg-Stiftung beschlossen, die Erinnerung an den Holocaust zu verharmlosen. Und das ausgerechnet in Israel. Das ist inakzeptabel und respektlos!‘

Der Vorsitzende der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Danny Dajan, schrieb auf Twitter, die Veranstaltung stelle eine 'unerträgliche Verzerrung des Holocaust' dar. Es sei außerdem 'unverzeihlich', sie am Jahrestag der Pogromnacht von 1938 abzuhalten.

Veranstaltung auf Sonntag verlegt

Das Goethe-Institut versuchte, die Kritik abzuwenden, indem es die Veranstaltung vom Gedenktag an die sogenannte 'Kristallnacht' auf den kommenden Sonntag verschob: 'Wir bedauern, dass die Wahl des Datums einer Panel-Diskussion aktuell zu Irritationen geführt hat. Deshalb verschieben wir nach Abstimmung mit den ReferentInnen diese auf Sonntag, den 13.11.2022.' Man wolle dabei die Themen Erinnerungskultur und Versöhnungspolitik differenziert beleuchten. 

Doch Prosor sagte, dass allein die Verknüpfung beider Ereignisse an sich schon ‚inakzeptabel und respektlos‘ sei. Der Begriff 'Nakba' (Katastrophe) bezieht sich auf die Flucht und Vertreibung von Arabern im ersten Nahost-Krieg 1948. In einem Teil des britischen Mandatsgebiets Palästina wurde damals Israel gegründet. Die arabischen Nachbarn griffen den neuen Staat an. Während der folgenden Kämpfe flohen rund 800.000 Araber oder wurden vertrieben. 

In dem Hinweis auf die Veranstaltung hieß es unter anderem: 'Fast 75 Jahre nach seiner Gründung bleibt Erinnern in Israel ein politisch umkämpftes Terrain. Jüdinnen und Juden richten den Fokus auf den Holocaust, PalästinenserInnen hingegen auf das Schicksalsjahr 1948, als Hunderttausende Opfer von Flucht und Vertreibung durch jüdische Kämpfer wurden – arabisch als Nakba (Katastrophe) bezeichnet.' Die Publizistin Charlotte Wiedemann, Teilnehmerin bei der geplanten Diskussion, plädiere dagegen für 'ein neues empathisches Erinnern, das verschiedenen Seiten gerecht wird und Solidarität statt Opferkonkurrenz fördert'. 

Bis heute große arabische Gemeinden in Israel

Tatsache ist, dass in Israel große arabische Gemeinden auch nach 1948 bestehen blieben. Als Beispiele seien hier Jaffa, Lod, Haifa, Akko und Nazareth erwähnt. Tatsache ist, dass Araber in Galiläa, also dem Norden Israels, eine Mehrheit bilden. Die Araber, etwa 20 Prozent der Bevölkerung, genießen als israelische Staatsbürger Gleichberechtigung und volles Wahlrecht. Sie verfügen sogar über eigene Parteien. Eine systematische Vertreibung der Araber aus dem Kernland Israels kann es daher nicht gegeben haben. 

Nur in einem Punkt unterscheiden sie sich von ihren jüdischen Mitbürgern. Die Araber werden nicht zum Militärdienst eingezogen: drei Jahre für Männer und zwei Jahre für Frauen.

Abbas äußerte den Vergleich mehrmals

Einen Vergleich zwischen den Ereignissen 1948 in Palästina und dem Holocaust hatte der Präsident der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas (Fatah), zuvor schon in der UNO und dann bei einer Gedenkveranstaltung in München im Beisein deutscher Politiker geäußert. Auch danach hagelte es israelische Empörung und Kritik.

Dabei hatte Abbas selber in einem Interview gestanden, 1948 nicht von jüdischen Kämpfern aus seiner Heimatstadt Safed (Zefat) vertrieben worden zu sein. Er sei dem Ruf der arabischen Armeen gefolgt und nach Damaskus gezogen, wo er sich als Fliesenleger verdingte.“

https://www.israelnetz.com/heftige-israelische-kritik-am-tel-aviver-goethe-institut

Inzwischen hat das Goethe-Institut Israel eine Stellungnahme herausgegeben, die unseres Erachtens die Situation noch verschärft, weil die grundsätzliche und berechtigte Kritik nicht akzeptiert und das Vorgehen des Goehte-Instituts nicht hinterfragt wird, sondern die Schuld auf die Kritiker der Veranstaltung geschoben wird.

Stellungnahme 11. November 2022

Goethe-Institut und Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv vertagen die für den 13. November geplante Veranstaltung 'Den Schmerz der anderen begreifen' auf einen späteren Zeitpunkt.

Die Erinnerung an die Shoah und das Gedenken der Opfer sind dem Goethe-Institut und der Rosa-Luxemburg-Stiftung ein großes Anliegen. Das Goethe-Institut widmet sich diesem Thema in zahlreichen Projekten in Israel und weltweit. Es steht für Verständigung und Dialog. Das Datum der ursprünglich für den 9. November in Tel Aviv geplanten Veranstaltung 'Den Schmerz der anderen begreifen' war sehr unglücklich gewählt und wurde korrigiert. Im Vorfeld der Veranstaltung hat sich in Deutschland und Israel zunehmend ein Diskussionsklima entwickelt, das deren sachgerechte Durchführung unmöglich macht. Es muss mit massiven Störungen gerechnet werden, die Sicherheit der Podiumsdiskussion ist vor diesem Hintergrund leider nicht zu gewährleisten. Das wichtige Thema der Erinnerungskultur kann so nicht in angemessener Weise behandelt werden.

Das Goethe-Institut und die Rosa-Luxemburg-Stiftung haben deshalb gemeinsam entschieden, die für den 13. November geplante Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wir werden jetzt gemeinsam mit einer Vielzahl von Diskursbeteiligten über die Neukonzeptionierung nachdenken.

Wir bedauern sehr, dass die von uns geplante Veranstaltung bereits vor ihrer Durchführung in einem Maße der öffentlichen Kritik ausgesetzt war, dass ihre erneute Verschiebung unumgänglich wurde.“ (Hervorhebung EdP)

https://www.goethe.de/ins/il/de/ueb/uea.html

„Trotz Abbas-Eklat: Deutschland gibt Palästinensern Hilfszusagen für 340 Millionen Euro

Im Bundeskanzleramt kam es zum Eklat: In Anwesenheit des Bundeskanzlers relativierte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas den Holocaust. Olaf Scholz sagte dazu zunächst nichts, sondern meldete sich erst später auf Twitter… 

… Abbas hatte Israel vielfachen ‚Holocaust‘ an den Palästinensern vorgeworfen und damit Empörung ausgelöst…“

https://www.welt.de/politik/deutschland/article240559883/Trotz-Abbas-Eklat-Deutschland-gibt-Palaestinensern-Hilfszusagen-fuer-340-Millionen-Euro.html

Das Goethe -Institut wird überwiegend aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist eine deutsche, parteinahe Stiftung der Partei "Die Linke". Sie erhält staatliche Zuschüsse, wie z.B. 2017 rund 64 Mio.€

Wir sehen auch an diesem Ereignis, dass Steuergelder in großem Maß nicht zum Aufbau des Staates Israel und zur Förderung einer partnerschaftlichen Beziehung eingesetzt werden, sondern dass damit die Kritiker und Feinde des Staates Israel gestärkt werden.   

Wir können beten

  • und Buße darüber tun, dass ein deutsches Institut in Tel Aviv unter dem Deckmantel, „Kulturaustausch und gesellschaftliche Diskurse“ zu fördern, auf sehr unsensible Weise den Feinden Israels Raum verschafft
  • und Buße darüber tun, dass damit erneut von deutscher Seite die Position von PA-Präsident Abbas bestärkt wird, der vor wenigen Wochen in Deutschland Holocaust und "Nakba" gleichgesetzt hatte
  • dass sich Stimmen im Bereich der Politik und Medien erheben, die in der Beschreibung von historischen Tatsachen Lügen offenlegen
  • dass gerade hierbei die Verwendung von Steuergeldern sorgsam geprüft und die Überweisung von Millionenbeträgen, die zum Schaden von Israel verwandt werden, eingestellt wird
  • dass der HERR Sein Volk schützt vor Schaden durch die Verbreitung von Lügen. „Errette mich und reiße mich heraus aus der Hand der Söhne des fremden Landes, deren Mund Lügen redet und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist.“ (Psalm 144,11)
  • dass der HERR sich denen in den Weg stellt, die versuchen, Seinem Volk durch die Verbreitung von Lügen zu schaden. „Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausspricht, geht zugrunde.“ (Spr 19,9)
  • dass der Plan des Goethe-Instituts, die „geplante Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“ nicht zustande kommt und diese Veranstaltung nicht stattfindet.

Möge der Herr uns helfen, als Beter mit Ausdauer fest zu stehen.

Heinz-Jürgen Heuhsen

 


Drucken   E-Mail