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Wöchentliches Gebet

Wöchentliches Gebet - 09. September 2026

Für Israel

Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem. 

Der Messias – unsere einzige gesegnete Hoffnung

Apg 4,10-12

„so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, dass durch den Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt, den Gott von den Toten auferweckt hat, dass durch ihn dieser gesund vor euch steht. Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verschmäht wurde, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir sollen gerettet werden!“

Stelle dir einen Moment vor, Petrus würde diese Worte am demnächst bevorstehenden Versöhnungstag - Yom Kippur - an der Klagemauer oder in einer der zentralen Synagogen des Israels verkündigen.

Zugegebenermaßen würden es 2000 Jahre blutiger Geschichte zwischen dem Christentum und dem jüdischen Volk den Zuhörern fast unmöglich machen, diese Dinge als Wahrheit anzuerkennen. Unweigerlich würden sie diese Worte durch die Brille unserer schmerzhaften Geschichte deuten.

Doch die vom Heiligen Geist inspirierten Worte des Petrus wurden vor all diesen schmerzhafte Geschehnissen gesprochen. Sie wurden in Jerusalem kurz nach Pfingsten ausgesprochen – kaum zwei Monate nach der Kreuzigung.

Die Predigten von Petrus (Apg 2:14–39; 3:11–26; 4:5–12) waren direkt und eindringlich, obwohl wir nicht vergessen dürfen, dass sie von einem Mann mit gebrochenem Herzen gesprochen wurden.

Erst kurz zuvor hatte Petrus seinen Herrn und Erlöser verleugnet. Wie bitter waren jene Stunden danach. Doch das tiefere Zerbrechen geschah nicht in jener Stunde, sondern als Jeschua Petrus am Ufer des Sees Genezareth zu einem Gespräch beim Frühstück einlud.

Dort stellte der gekreuzigte und auferstandene HERR Petrus wieder her. 

Man kann sich leicht vorstellen, wie ER Seine nageldurchbohrte Hand auf seine Schulter legte. ER, der die Liebe ist, brach sein Herz und machte ihn ganz.

Das ist der Prediger Petrus. Die Wirkung seiner Predigt spricht für sich: Fünftausend Menschen fanden nach seiner zweiten Predigt zum Heil. Es war der Heilige Geist, der durch seinen Diener Petrus – einen Mann mit gebrochenem Herzen – sprach, überführte, einlud und rettete.

Die schwierigsten Wahrheiten lassen sich am besten in Liebe aussprechen – und sie führen zum Leben! 

Sie werden auf Mich blicken, den sie durchbohrt haben.

Sach 12,10b

„und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen.“

„Schau zu MIR“ kann auch als „blicke auf MICH“ verstanden werden (wie es der hebräische Wortlaut nahelegt) – das heißt: in rettendem Glauben auf MICH sehen.

Wann wird dies geschehen? Wenn der Herr Seinen Geist wieder über das Volk ausgießt; der Geist wird als Geist der Gnade und des Gebets kommen.

Eindeutig trägt der Eine, den Israel sieht, die Wunden Seines Leidens. 

Kann es ein besseres Bild sowohl für die Wahrheit als auch für die Gnade geben? Der Eine, der zu ihnen kommt und sie sucht, ist der Eine, den sie durchbohrt haben! Der Geist, der auf sie herabkommt, ist der Geist der Gnade. 

O, wie gründlich wird die Überführung sein! Wie groß die Gnade! Wie tief die Buße! Wie wunderbar die Erleichterung und wie staunenswert die Wiedervereinigung!

Gewiss wird es die Wiedervereinigung Josephs mit seinen Brüdern übertreffen.

1 Mose 45,14-15

„Und er (Josef) fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und Benjamin weinte auch an seinem Hals. Und er küsste alle seine Brüder und weinte über ihnen, und darnach redeten seine Brüder mit ihm.“

Die Not

Die Predigten von Petrus führen uns Israels Not erneut vor Augen. Auch heute noch befinden wir uns in dieser Lage, ungeachtet unserer gesamten Geschichte mit der Kirche. 

In Wahrheit geht es nicht um die Kirche und uns, sondern um GOTT und uns wegen SEINES SOHNES.

Bezeichnenderweise übersetzt der JPS Tanach (Altes Testament) Sacharja 12:10 wie folgt: „Ich aber werde das Haus David und die Einwohner Jerusalems mit einem Geist des Mitleids und Erbarmens erfüllen; und sie werden vor mir klagen über die Erschlagenen und weinen über sie wie über einen geliebten Sohn und bitterlich trauern wie über einen Erstgeborenen.“

Bei dieser Übersetzung wird völlig übersehen, dass der gekreuzigte Messias in der ersten Person spricht.

Auch hier wird wiedersichtbar: Wir sind ein bedürftiges Volk.

Wir brauchen das Wirken des Heiligen Geistes. Es ist die Aufgabe des Heiligen Geistes Überführung zu wirken.

Joh 16,8

„Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“

Wirst du beten?

Ja, wir beten für die Sicherheit unseres Landes und den andauernden Krieg, dem es ausgesetzt ist.

Ja, wir beten gegen den Antisemitismus, der erschreckende Ausmaße annimmt.

Ja, wir beten für unsere Regierung, insbesondere für die bevorstehenden Wahlen.

Ja, wir beten für die Alija.

Ja, wir beten für die Gemeinde des Messias in diesem Land.

Wir beten für vieles. Doch am wichtigsten für Israels Zukunft ist seine Erlösung, seine Rückkehr zu Gott, seine Begegnung mit Jesus.

Gott muss von oben eingreifen. Er muss eingreifen und die Geschichte Israels und der Welt entscheidend verändern.

Bitte bete mit uns für die Ausgießung des Heiligen Geistes über Israel.

Bitte bete mit uns die Worte der Söhne Korahs aus Psalm 85.

Ps 85,5-8

„Stelle uns wieder her, o Gott unseres Heils, lass ab von deinem Grimm gegen uns! Oder willst du ewig mit uns zürnen, deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht? Willst du uns nicht wieder neu beleben, dass dein Volk sich deiner freuen kann? HERR, lass uns deine Gnade schauen und schenke uns dein Heil!“

Und wenn Er antwortet, singen wir von Neuem:

Ps 85,2-4

„HERR, du warst einst gnädig deinem Land, hast das Gefängnis Jakobs gewendet, vergabst deines Volkes Schuld, decktest alle ihre Sünden zu, - (Pause) du ließest ab von deinem Grimm, wandtest dich von deines Zornes Glut“

Jer 31,9

„Weinend kommen sie, und betend lasse ich sie wallen; ich will sie zu Wasserflüssen führen auf einer ebenen Straße, da sie nicht anstoßen sollen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein Erstgeborener.“

Möge uns allen eine neue Offenbarung von Jesus, dem gekreuzigten, auferstandenen und aufgefahrenen Herrn, zuteilwerden. Möge Seine Liebe unsere Herzen wieder und wieder erfüllen. Und mögen wir ein Herz haben, das bereit ist, bis zum Tag Seiner Wiederkunft vor IHM im Gebet zu stehen, damit Sein Wille geschieht.

Segen und Schabbat Schalom,

Ofer

1. Errettung Israels

In Apostelgeschichte 2 predigt Petrus „Buße zur Vergebung der Sünden“ – und dann wirkt der Heilige Geist an den Herzen der Hörer, 3000 werden gerettet und lassen sich taufen. Lasst uns beten, dass der Heilige Geist in Israel wieder mächtig wirkt – und auch in der messianischen Gemeinde Menschen findet, die sich Ihm von ganzem Herzen öffnen, damit Er sie gebrauchen kann.

Wir können beten

  • und den HERRN ans Seine Zusage erinnern, Seinen Geist über Seinem Volk auszugießen, der ihnen hilft, Buße zu tun. „Die Nachkommen Davids und die Bewohner Jerusalems aber werde ich mit einem reumütigen Geist erfüllen, der sie dazu treibt, mich um Erbarmen anzuflehen.“ (Sach 12,10a) 
  • dass der HERR Seinem Volk Evangelisten schenkt, die mit einem gebrochenen Herzen wie Petrus zur Buße aufrufen. „Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden. Wie sollen sie ihn aber anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie sollen sie aber glauben, wenn sie nichts von ihm gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“  (Rö 10,13-14)
  • dass ER die messianische Gemeinde in Israel leitet, Ihn für viele Arbeiter in der Ernte zu bitten. „Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ (Lk 10,2)
  • dass der ER Seinen Geist reichlich über Seiner Gemeinde ausgießt, sie nie belebt und stärkt. „Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“(Joh 14,16.17)
  • dass ER viele in Seinem Volk aus dem Gefängnis von Sünde und Gottesferne befreit. „HERR, du warst einst gnädig deinem Land, hast das Gefängnis Jakobs gewendet, vergabst deines Volkes Schuld, decktest alle ihre Sünden zu“ (Psalm 85,2-3)
  • dass ER Menschen aus allen Schichten des Volkes rettet, vom Kleinsten bis zum Größten. „Und es wird keiner mehr seinen Mitbürger und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen; denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.“ (Hebr 8,11-12)

2. Wahl in Israel

Genauso wie Gott in der Gemeinde durch Menschen arbeitet, um Seine Ziele zu erreichen, tut Er das auch auf der politischen Ebene. Wir wollen weiter für die anstehenden Wahlen in Israel beten, und geben hier zum Teil das weiter, was unsere Geschwister von EOE (Ebenezer Operation Exodus) dazu schreiben:

Die nationalen Wahlen finden am 27. Oktober statt. Es kommt selten vor, dass eine Regierung die gesamte vierjährige Amtszeit übersteht, doch die scheidende Regierung hat durchgehalten. Ob dies gut oder schlecht ist, steht uns vielleicht nicht zu, zu beurteilen; dennoch haben wir im Laufe der Jahre oft um politische Stabilität gebetet, und Gott hat diese Bitte tatsächlich erhört. Es ist wahrscheinlich, dass es im September und Oktober zu einem turbulenten Wahlkampf kommen wird.

Bitte betet für:

  • Wunder in der Zeit vor der Wahl: dass die Politiker einander zuhören, anstatt sich gegenseitig anzuschreien; dass sie Verantwortung übernehmen, anstatt mit dem Finger aufeinander zu zeigen; dass sie aufrichtig das Wohl der Nation im Blick haben, anstatt nur ihre eigene Karriere voranzutreiben. 
  • den Prozess der Bildung einer Koalitionsregierung nach der Wahl. Dies dauert oft viele Wochen, nachdem die Stimmen ausgezählt wurden. 
  • dass Gott die Wahl gebraucht, um der Nation Israel Führer Seiner Wahl zu geben. „Daniel hob an und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn sein ist beides, Weisheit und Macht. Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.“ (Dan 2,20-21) 
  • dass der HERR Personen durchbringt, die Korruption und Lüge im Land bekämpfen, so wie das Seinem Willen entspricht. „Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden und Wahrheit der Gurt seiner Hüften sein.“ (Jes 11,5)
  • dass Personen gewählt werden, die gottesfürchtig sind und sich in ihren Entscheidungen am Willen Gottes orientieren. 
  • dass nach der Wahl eine Regierungskoalition gebildet wird, die den Bedürftigen im Land zum Recht verhilft und die Schuldigen bestraft.  „Den Entrechteten verhilft er zum Recht, für die Armen im Land setzt er sich ein. Seine Befehle halten das Land in Zucht, sein Urteilsspruch tötet die Schuldigen.“ (Jes 11,4)
  • dass die neue Regierung mit ihren Maßnahmen mehr Einheit im Volk bewirkt. „Dann ist Schluss mit Efraïms Neid und die Feindseligkeit Judas hat ein Ende. Efraïm wird nicht mehr neidisch sein auf Juda und Juda wird Efraïm nicht mehr befeinden.“ (Jes 11,13)
     

Für Deutschland

Bitte nutzt doch in dieser Woche als Grundlage zum Gebet für unser Land das Wachen und Beten vom September.

Hier bringen wir unten eine aktuelle Ergänzung zu dem Punkt 3, Wahlen, und verweisen auch noch einmal auf das wöchentliche Gebet vom 26. August, wo wir mit einer Analyse zu den Parteiprogrammen für die Wahl gebetet haben. 

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 

Haggai 2,6-7a

"Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Zeit ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und die Erde und das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen erschüttern."

Der Bibelkommentar von James, Faucet und Brown erklärt hierzu: „Die Erschütterungen sollen jene Unruhe hervorrufen, die dem Kommen des Messias – des Heilers der Unruhen unter den Völkern – vorausgehen muss. Diese Erschütterung soll das sehnsüchtige Verlangen nach dem Friedefürsten wecken.“ 

Wir glauben, dass dieses Wahlergebnis eine von unserem Gott herbeigeführte, gnädige Erschütterung ist, die für viele im Land, besonders unter den Politikern, ein Weckruf zur Umkehr von üblen und gottlosen Wegen sein soll. 

Wir sind für dieses Wahlergebnis auch deshalb dankbar, dass die AfD nicht alleine regieren kann, weil jetzt alle Parteien sich der Frage stellen müssen, ob es nicht Zeit ist, sich von dem höchst undemokratischen Konzept der „Brandmauer“ gegen die AfD generell abzuwenden. Es bedeutet, 43,8 % der Wähler als Anhänger „rechtsextremer Populisten“ zu bezeichnen, wie es Herr Bundeskanzler Merz andeutungsweise (der Name AfD wurde von ihm nicht genannt) in seiner Presseerklärung am 7. September tat.

Wir haben die gemeinsame Presseerklärung von Herrn Merz und Herrn Schulz am Montag verfolgt. Sie hat uns deutlich gemacht, dass es wichtig ist, für Parteien und Politiker unseres Landes intensiv weiter zu beten.   

"Nach dem AfD-Sieg: Der Selbstmord der politischen Eliten

Die politische Kultur der Berliner Republik geht ihrem Ende entgegen. Der für die kulturellen, politischen und medialen Eliten desaströse Wahlausgang offenbarte eine stille Verzweiflung an sich selbst. In Talkshows und Live-Interviews erlebte man ihr Torkeln, ihr Versinken in rhetorischen Floskeln und Hülsen der Bedeutungslosigkeit. Einige Unbedarfte, wie der Generalsekretär der SPD, suchen ihr Heil in einer ins Groteske gekippten Ambitionslosigkeit, wenn sie ein einstelliges Ergebnis schönreden. Andere, wie die neue CDU-Generalsekretärin, sind kurz davor zu heulen, und Frau Brantner von den Grünen beließ es bei den ewig naseweisen Sprüchen aus der Retorte. 

Der Parteichef der Linken, der Untalentierteste unter den Talentfreien in dieser Partei, beleidigte Tino Chrupalla, und selbst der uncharismatische AfD-Chef konnte locker kontern. Die medialen Vorturner "unserer Demokratie" und der vermeintlichen "demokratischen Mitte" gackerten ratlos jenes Zeug herunter, das sie auch schon vorher bemüht hatten…

Aber für die meisten Zuschauer dieses Spektakels ist erkennbar, dass der Wahrnehmungsapparat dieser Eliten nicht mehr funktioniert. Sie haben sich schon seit Längerem von der politischen und gesellschaftlichen Realität abgekoppelt – und sich zu einem selbstreferenziellen System moralischen Hochmuts und wirtschaftlicher Inkompetenz entwickelt.

Politischer Selbstmord des Zentrums

Die Eliten ähneln jenen Hochhaussuizidalen, die vom Dach springen und sich auf der Höhe des 43. Stocks sagen, dass doch bis jetzt alles gutgegangen ist. Die vergangenen zehn Jahre waren ein politischer Selbstmord des demokratischen Zentrums auf Raten. Mahner und Kritiker wurden ebenso lächerlich gemacht wie jene Stimmen aus den eigenen Reihen, die darauf hingewiesen haben, dass es so nicht weitergehen könne – weder mit der Migration, noch mit der Wirtschaft, noch mit dem ÖRR, noch mit den NGOs, noch mit den ausbleibenden Reformen...

Das Großartige an der Demokratie ist, dass solche politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen irgendwann drastisch korrigiert werden. Man muss sich die feisten Vertreter dieser Eliten geradezu prototypisch vorstellen wie die Spitzenkandidatin der Grünen, die in ihrer heiteren Einfalt und ihren Kindergartenoutfits jene obere Mittelschicht in Deutschland repräsentiert, der es angesichts ihrer Qualifikationen im Zweifelsfall immer viel zu gut gegangen ist... 

Am Sonntagabend sah man die Großstadteliten aus dem grünen Vorfeld dann vor der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt demonstrieren – natürlich für ein AfD-Verbot. Denn das Prinzip von "unserer Demokratie" ist, wie diese Leute offenbar glauben, dass sie entscheiden können, wer welche demokratischen Entscheidungen zu treffen hat. Sie haben es immer noch nicht kapiert. Und ihr Hochmut bröckelt auch am Tag danach nicht. Für sie gilt: Für uns und unsere Unterstützer kann es so weitergehen. Die A15-Beamtenstellen bleiben erst mal erhalten.

Nur der scheidende Ministerpräsident Sven Schulze erwies sich als fairer Verlierer und gratulierte dem Wahlsieger Ulrich Siegmund. Siegmund setzte mit seinem Wahlkampf, aber auch mit seiner heiteren Souveränität für die AfD neue Maßstäbe. Gegen die bürgerliche Verdruckstheit aktivierte er eine postbürgerliche Stoik im Umgang mit den zum Teil unterirdischen Attacken aus dem ÖRR...

Siegmund ist der modernere, weltläufigere Vertreter der ostdeutschen Provinz: Sein Englisch ist in Interviews gut, seine Anzüge sitzen passgenau, und auch rhetorisch erlaubt er sich kaum geschmacklose Ausrutscher. Wie radikal die AfD wirklich geworden ist, darüber geben nur ihre Ränder Auskunft. Siegmund hat sich deren ultraradikalen Sound jedenfalls nicht zu eigen gemacht. Dass er damit die Wahlen so klar gewinnen konnte, wird sicherlich auch als Signal in die AfD hineinwirken... 

Der Bundeskanzler heißt Friedrich Merz. Er ist CDU-Vorsitzender, und er wird beides nicht mehr sehr lange sein. In der Partei wird das Grummeln größer, und die letzten Parteisoldaten wenden sich enttäuscht von ihm ab. Seine Misserfolgsbilanz ist beispiellos, und sein noch am Samstagabend vorgetragenes Gerede von Reformen glaubt ihm niemand mehr. Nicht einmal seine nächste Umgebung. Um die Wahlkämpfer in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Union jetzt bei 8 Prozent steht, und in Berlin, wo der wackere und kluge Stefan Evers immerhin vorn liegt, nicht zu demontieren, wird die Kritik am Kanzler und CDU-Vorsitzenden wahrscheinlich erst danach richtig laut werden.

Kontrafaktisches Geschwätz über die Reformen

Die Union robbt der politischen Bedeutungslosigkeit entgegen, wenn sie jetzt einfach weitermacht. Noch schlimmer allerdings ist die Fortsetzung des kontrafaktischen Geschwätzes über die Reformen, die da irgendwann kommen sollen. Das letzte Aufgebot der Getreuen am Wahlabend bot eine Kaskade von Selbstdemontagen der Extraklasse. Die Merzianer waren komplett blank, ratlos, fahrig. Die Sozialdemokraten dagegen fügten sich in den Untergang. Lars Klingbeil stellte – hahaha! – das Reformtempo in Frage, und Bärbel Bas sah alles ganz entspannt. Gleichzeitig ist die sogenannte Steuerreform eine beispiellose Demütigung für die Leistungsträger und die obere Mittelschicht. Auch der Koalitionspartner der Union behandelt sie schlecht..

Realpolitisch wäre der größte Hebel für die AfD, nach der Übernahme des Ministerpräsidentenamtes umgehend den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen. Allein damit hätte sich wohl für die allermeisten Wähler der AfD diese Entscheidung schon gelohnt. Der Applaus für diesen entschiedenen Bruch mit der Nachkriegsgeschichte dürfte bis tief in die bürgerliche Mitte hinein sehr groß sein. Was sich sogenannte Comedians, sogenannte Nachrichtenmoderator:innen und Talkshowredaktionen geleistet haben, ist beispiellos.

Die alten Eliten haben nicht zugehört, als das Volk immer wieder deutlich gemacht hat, dass es so nicht weitergeht. Schlimmer noch: Der Hohn und der Spott, die Verachtung, mit der medial gefeierte Streamer die ostdeutsche Rechte wie Spinnen und Eidechsen in ihrem Oberseminar-Terrarium beobachtet und kommentiert haben – dieser arrogante, ethnologische Blick auf die vermeintlich wilden Ostdeutschen und ihre bizarren Normalitätsvorstellungen hat dafür gesorgt, dass das Klima derart vergiftet ist. Die Repressionen gegen Rechts haben diese Rechte radikalisiert wie kaum irgendwo sonst in Europa. Das kann einem Angst machen. Aber das 'Weiter so' der alten Eliten ist mindestens genauso gefährlich...“ (Redaktionelle Bearbeitung EdP)  

https://www.welt.de/debatte/plus6a9d27f3181cb962d48853d3/nach-dem-afd-sieg-der-selbstmord-der-politischen-eliten.html

Wir können beten

  • und dem HERRN danken, dass Er mit diesem Wahlergebnis eine der Erschütterungen herbeigeführt hat, so wie ER es verheißen hat. „Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Zeit ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und die Erde und das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen erschüttern  (Haggai 2,6-7a)
  • dass es nicht gelingt, dieses Wahlergebnis herunterzuspielen, um so weiterzumachen wie bisher
  • dass ER diese Erschütterung benutzt, um vielen Politikern Licht über falsche Wege zu geben und sie zur Umkehr zu führen
  • dass der HERR Politiker hilft, bei den in den nächsten Tagen und Wochen erfolgenden Gesprächen und Verhandlungen ihrem Gewissen zu folgen, und nicht aus „Fraktionszwang“ oder „Parteidisziplin“ Entscheidungen mitzutragen, die sie als falsch und schädlich erkennen.
  • dass Er die Herzen und Gedanken der jetzt gewählten Politiker lenkt und sie sich bemühen, eine Lösung zu finden, die dem Land Sachsen-Anhalt eine den Menschen dienende, gottgefällige Regierung zu bilden. 
  • dass der HERR mit Seinem Geist in diesen Tagen in unserem Land Wunder tut und Gespräche so möglich macht, wie es die Zeilen dieses Kirchenliedes aus dem 15. Jahrhundert ausdrücken:
    „O komm, Du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
    Gieß aus Dein Heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an“
  • Lasst uns auch weiter beten für die noch anstehenden Wahlen
    13. September Niedersachsen Kommunalwahl
    20. September Berlin Wahl zum Abgeordnetenhaus
    20. September Mecklenburg-Vorpommern Landtag 

Möge der HERR uns helfen, in unseren Tagen als Beter mit Ausdauer festzustehen!

Heinz-Jürgen Heuhsen 

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