Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
„Deine Gnade, o HERR, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!“ (Ps 33,22)
Wir haben Psalm 33 aufgeschlagen.
In fast allen Gebetsversammlungen, an denen ich teilgenommen habe und in denen dieser Psalm verwendet wurde, betete man nur die Verse 10 und 11, vielleicht noch Vers 12.
Ps 33,10-12
„Der HERR vereitelt den Rat der Heiden, er verhindert die Anschläge der Völker. Der Rat des HERRN besteht ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!“
So wunderbar und beruhigend diese Verse auch sind, sie offenbaren bloß eine Seite des Problems Israels. Zweifellos ein großes Problem, jedoch nicht das zentrale.
Das zentrale Problem Israels erwächst aus Gottes Wesen. Genau das, was uns tröstet und Zuversicht gibt, offenbart auch unser Problem als Nation.
Betrachten wir jedoch zunächst die wunderbaren Eigenschaften und das Wesen Gottes. Wir tun gut daran, auf die Verse 1–3 zu antworten, die uns dazu aufrufen, uns Seiner zu freuen!
Dazu berufen, all das, wer Gott ist, zu feiern.
Ps 33,1-3
„Jauchzet dem HERRN, ihr Gerechten! Den Redlichen ziemt Lobgesang. Preiset den HERRN mit der Harfe, spielet ihm auf dem zehnsaitigen Psalter; singet ihm ein neues Lied, spielet gut, mit Posaunenschall!“
Ps 33,4-21 - Entfaltung einiger Eigenschaften Gottes und Seiner Identität
Ps 33,4-5 - Der Charakter Gottes
„Denn das Wort des HERRN ist richtig, und all sein Werk ist Treue. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Gnade des HERRN.“
Ps 33,6–9 - Gottes Identität
„Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes. Er sammelt die Wasser des Meeres wie einen Haufen, legt in Behälter die Fluten. Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt. Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da!“
Er sprach, und das gesamte Universum war einfach da. Keine Anstrengung, kein Widerstand, kein Widersacher.
Das Zusammenströmen der Meeresgewässer zu einem Haufen spielt zweifellos auf den Auszug aus Ägypten an.
Ps 33,10–12 - Gottes Autorität
Dies sind die vertrauten Verse, die wir oft gebetet haben; sie beleuchten jedoch nur eine Seite des Problems.
Ps 33,13–15 - Die Nähe Gottes
„Vom Himmel schaut der HERR herab, er betrachtet alle Menschenkinder; von seinem festen Thron sieht er alle, die auf Erden wohnen; er, der ihrer aller Herz gebildet hat, bemerkt auch alle ihre Werke.“
Gott ist nahe. ER sieht alles. Nichts über dich – und auch nichts über irgendeinen anderen Sohn Adams – entgeht Gottes Einsicht.
Ps 33,16–17 - Die Rettung Gottes
„Einem König ist nicht geholfen mit viel Heeresmacht, ein Held wird nicht errettet durch große Kraft; das Roß ist unzuverlässig zur Rettung, und trotz seiner großen Stärke kann man nicht entrinnen.“
Das gilt natürlich auch 100%ig für unsere Erlösung durch den Messias. Trotz all seiner Weisheit, Macht und Fähigkeiten kann der Mensch sich nicht selbst erretten. Er ist dazu völlig unfähig.
Ps 33,18–21 - Die Treue Gottes
„Siehe, der HERR hat ein Auge auf die, so ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen, dass er ihre Seele vom Tode errette und sie in der Teuerung am Leben erhalte. Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist unsre Hilfe und unser Schild. Ja, an ihm soll unser Herz sich freuen; denn auf seinen heiligen Namen haben wir unser Vertrauen gesetzt.“
Was bedeutet es, auf diesen treuen Gott zu warten / zu harren?
Hier ist der Punkt unserer Glaubenszweifel: Warten auf Befreiung und Versorgung in Zeiten der Not.
Für denjenigen, der in dieser Weise wartet, kommt die Gewissheit, dass er sich noch an Gottes Antwort erfreuen wird. Der treue Gott wird durchkommen!
Ps 33,22 - Die Barmherzigkeit Gottes
„Deine Gnade, o HERR, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!“
Das hebräische Wort für „Hoffnung“ ist „yachal“. Es bedeutet: warten, erwartungsvoll Ausschau halten… Es schließt das Warten auf etwas oder jemanden ein, der noch nicht angekommen ist, während die Situation weiterhin schwierig bleibt. Das bedeutet, warten mit einem gewissen Maß an Schmerz und Leiden.
Erkennst du, wo unser Problem ist? Es liegt in der Art und dem Wesen Gottes.
Ps 33,4-5
„Denn das Wort des HERRN ist richtig, und all sein Werk ist Treue. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Gnade des HERRN.“
Wir hingegen haben das Land mit Unrecht und Bosheit erfüllt. Als Nation haben wir uns weit von Gott und Seinem Wesen entfernt. All das mündet in der Ablehnung unseres Königs, des Herrn Jesus.
Was bleibt uns also zu tun?
Zu DEM um Gnade zu flehen, der hier beschrieben ist, auf der Grundlage dessen, wer ER ist und wie ER ist!
Und so endet dieser Psalm mit Gebet.
Ps 33,22
„Deine Gnade, o HERR, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!“
Das einzige Gebet in diesem Psalm ist dieser eine Vers: das Flehen um Gnade – das genügt.
Genau die Dinge, die uns in Gott Schwierigkeiten bereiten, sind die Dinge, die uns sowohl geistlich als auch physisch retten werden.
Überführung von Schuld und Errettung gehören zusammen; ist das nicht genau das, was am Kreuz geschieht?
Und so wird GOTT uns von unseren Sünden erretten, und ER wird uns von unseren Feinden erretten. Das sagt dieser Psalm, und er schreibt diese zweifache Errettung allein Gott zu!
Deshalb können wir voller Hoffnung und Zuversicht sagen: „Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!“ (Ps 33,12)
Um unsere Lage und unsere Hoffnung besser zu verstehen, lohnt es sich, Apg 3,13-26 zu lesen.
„Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll und nicht verziehen.“ (Hebr 10,37)
Gottes Segen in Yeshua,
Ofer
Bei allen Schwierigkeiten und Kämpfen schenkt Gott Seinem Volk auch jetzt immer wieder Gründe zum Feiern und zum Danken, wie die folgenden Artikel zeigen.
„‘Der wahre Sieg‘: Der ehemalige Gaza-Geisel Elkana Bohbot freut sich über die Geburt seiner Tochter.
In einem Instagram-Post teilte Bohbot ein Foto von sich, seiner Frau und dem Neugeborenen im Krankenhaus. Dazu schrieb er einen Vers aus den Psalmen und dankte Gott.
Bohbot wurde am 13. Oktober 2025 aus der Gefangenschaft der Hamas befreit, nachdem er über zwei Jahre in Tunneln unter Gaza verbracht hatte. Im Zuge seiner Genesung veröffentlichte er das Buch '738 Tage in Hamas-Gefangenschaft', in dem er seine Überlebensgeschichte schildert.
Präsident Isaac Herzog gratulierte dem Paar und übermittelte seine besten Wünsche. 'Der wahre Sieg!', schrieb er auf Twitter. 'Wir wünschen Ihnen und Ihrer ganzen Familie alles Gute und hoffen, dass Sie Ihre Tochter in Ruhe, Glück, Gesundheit und Liebe aufziehen werden.'
Der Vorsitzende von Yisrael Beytenu, Knessetabgeordneter Avigdor Lieberman, gratulierte dem Paar ebenfalls zur Geburt ihrer Tochter.
‚Möge Ihre Tochter in Frieden und mit viel Liebe aufwachsen. Ganz Israel freut sich mit Ihnen.‘“
https://www.jpost.com/israel-news/article-906894
„Neue Familien hauchen dem vom Krieg gezeichneten Kiryat Shmona neues Leben ein
Nachdem der Hermon-Platz in Kirjat Schmona mehr als ein Jahrzehnt lang verwaist war, erwachte er am Donnerstag, dem 27. August, zu neuem Leben: Eine Gruppe von Familien, die in den letzten Monaten in die Stadt gezogen waren, eröffnete ein Café sowie ein Kulturzentrum, um das geschäftliche Treiben in diesem Bereich wiederzubeleben.
Als der Moderator der Eröffnungsveranstaltung die neuen Einwohner der Stadt bat, die Hand zu heben, schnellten Hunderte von Händen in die Höhe. Jacqueline Elharar (83), Mutter von 18 Kindern, die in den späten 1950er Jahren aus Marokko nach Kirjat Schmona eingewandert war, wurde als Vertreterin der alteingesessenen Bevölkerung auf die Bühne gebeten; dort überreichte ihr eine der Familien, die erst in der Vorwoche zugezogen waren, einen Blumenstrauß. 'Es war sehr bewegend, sie kennenzulernen', sagte sie. 'Sie bringen Licht mit. Man hat das Gefühl, dass auch hier gute Nachrichten Einzug halten. Das ist keine Selbstverständlichkeit für uns.'
Die Initiative zur Gründung des Cafés und des lokalen Kulturzentrums wird von Danny Koten geleitet – einem Sozialunternehmer und Mitbegründer des 'Garin Kiryat Shmona', einer Gemeinschaftsgruppe, deren Mitglieder in die Stadt gezogen sind. Koten selbst ist aus Tel Aviv hierhergekommen und engagiert sich dafür, den neuen Familien bei der Eingewöhnung zu helfen...
Auf dem nahegelegenen IDF-Platz richtet zudem die 'Tarbut-Bewegung' einen Kreativ- und Aktionsraum für Künstler ein, die am Anfang ihrer Karriere stehen...
Um die Wiederbelebung des verwaisten Stadtzentrums zu unterstützen, beteiligte sich die Bank Hapoalim über ihren Fonds 'Poalim for Revival' an den neuen Initiativen und spendete mehr als eine halbe Million Schekel.
Neben dem Café und einem Gemeinschafts-Arbeitsbereich (Coworking-Space) werden im Laufe des Jahres unter dem Motto 'Live-Donnerstag auf dem Platz' zwölf Kulturveranstaltungen stattfinden – mit Live-Auftritten und einem Nachtmarkt, auf dem lokale Unternehmen ihre Stände betreiben.
‚Wir freuen uns sehr zu sehen, wie die Vision Wirklichkeit wird und Leben auf den Stadtplatz zurückkehrt‘, sagte Sharona Tarshish, Leiterin für gesellschaftliches Engagement bei der Bank Hapoalim.
Der Bürgermeister von Kirjat Schmona, Avichai Stern, hieß die neuen Einwohner willkommen. ‚Sie haben sich entschieden, hierherzukommen – zu einer Zeit, in der die Wahl für Kirjat Schmona keineswegs selbstverständlich ist‘, sagte er. ‚Sie haben sich nicht nur für eine neue Adresse entschieden, sondern für eine Gemeinschaft.‘“
https://www.ynetnews.com/article/s1nylsbozl
Wir können beten
Wir können beten
Wir können beten
Bitte nehmt doch das Wachen und Beten September als Grundlage zum Beten.
Möge der Herr uns helfen, in unseren Tagen als Beter mit Ausdauer festzustehen!
Heinz-Jürgen Heuhsen