Wöchentliches Gebet - 15. Juli 2026
Hinweis: wir machen Sommerpause. Nächstes wöchentliche Gebet, so der HERR will, am 12. August
Für Israel
Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
Was ist der Mensch, dass du ihn beachtest?
Manchmal erscheint der „Mensch“ und all sein Tun größer zu sein als das Leben. Die gegenwärtigen Turbulenzen in der Welt können so überwältigend sein, dass sie uns den Blick auf Gott verdunkeln. Es mag sogar scheinen, als würde der Herr schlafen und nichts von unserer Situation mitbekommen.
Genau so muss es den Jüngern ergangen sein, als sie in einen Sturm gerieten und Jeschua inmitten von allem schlief! (Mk 4,35–41)
In einer ähnlichen Situation betete David zum Herrn.
Er war vom Feind bedrängt und fühlte sich, als würde er im Meer versinken!
Ps 144,7-8:
„Strecke deine Hand aus von der Höhe; rette mich und reiße mich heraus aus großen Wassern, aus der Hand der Söhne des fremden Landes, deren Mund Lügen redet und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist.“
Siehe, der Herr GOTT wird mit starker Hand kommen.
Ebenso wie Petrus zu Jeschua schrie, als er während des Sturms im See zu versinken drohte, so haben auch wir zu Gott geschrien. Ebenso wie Jeschua Seine Hand nach Petrus ausstreckte und ihn herauszog, so öffnete Gott auch uns die Augen, damit wir Ihn sehen konnten, als wir zu Ihm schrien – überwältigt von den „tobenden Meeren“ und den Unruhen unter den Völkern und in unserem eigenen Leben. (vgl. Matth 14,27-33)
Das ist es, was wir erblickt haben:
- Der Messias ist unser Guter Hirte.
Er wird für uns kommen, Er wird uns sammeln, Er wird für uns sorgen. (Wir meinen dies als Nation, wenn Er uns zu Sich Selbst wendet.) Er wird uns beschützen.
Jes 40,10-11:
„Siehe, Gott, der HERR, kommt als ein Starker, und sein Arm wird für ihn herrschen; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er erworben, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; in seinen Arm wird er die Lämmer nehmen und sie an seinem Busen tragen; die Schafmütter wird er sorgsam führen.“
- Er, der Schöpfer, ist unendlich viel größer als die Schöpfung!
Jes 40,12:
„Wer hat die Wasser in seiner hohlen Hand gemessen, den Himmel mit der Spanne abgemessen und den Staub der Erde in einem Maß berechnet? Wer hat die Berge auf der Waage gewogen und die Hügel auf der Waagschale?“
- Gott braucht weder unsere Hilfe noch unsere Anweisungen.
Manchmal klingen unsere Gebete so, als würden wir Gott Anweisungen geben, Ihm Ratschläge erteilen oder Ihm vorschreiben, was er tun soll. Vieles davon kommt aus unserem begrenzten Verständnis und davon, dass wir Gott auf weniger reduzieren, als er in Wahrheit ist. Wir können leicht in die Gewohnheit verfallen, Ihm zu sagen, welches der richtige Weg des Handelns wäre.
Jes 40,13-14:
„Wer unterrichtete den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber hat ihn unterwiesen? Wen hat er um Rat gefragt, daß er ihn verständig mache und ihm den Weg des Rechts weise, dass er ihn Erkenntnis lehre und ihm den Weg des Verstandes zeige?“
- Die Nationen und die Leiter der Welt sind für Gott kein Hindernis.
Jes 40,15:
„Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäublein in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln auf wie ein Sandkörnlein!“
Jes 40,23-24:
„…der ich Fürsten zunichte und Richter der Erde machtlos mache - kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesetzt, kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, so hauche ich sie an, dass sie verdorren und dahinfahren wie Stoppeln vor dem Sturmwind“
- Gott hat einen ewigen Bund mit Israel geschlossen. Er wird ihn unter der Herrschaft des Messias erfüllen.
Ps 105,6-11:
„O Same Abrahams, seines Knechtes, o ihr Söhne Jakobs, seine Auserkorenen! Er, der HERR, ist unser Gott; auf der ganzen Erde gilt sein Recht. Er gedenkt auf ewig an seinen Bund, an das Wort, das er tausend Geschlechtern befohlen hat; des Bundes, den er mit Abraham geschlossen, seines Eides, den er Isaak geschworen hat. Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung, für Israel als ewigen Bund, da er sprach: 'Dir gebe ich das Land Kanaan als euer Erbteil.'“ (vgl. Sach 9,9–10)
- Auf Ihn schauend können wir die Last des Gebets weiterhin tragen.
In seinem Ringen, Gott inmitten der Wirren zu sehen, gewann David eine neue Sicht auf Ihn. Er fand seine Zuversicht und sein Vertrauen wieder und war sich des Eingreifens Gottes gewiss. Gott wird Seinen Willen auf Seine eigene Weise und gemäß Seinem Wesen verwirklichen.
Ich empfehle dir, den ganzen Ps 144 zu lesen. Er wird dich ermutigen!
Ps 144,9-10:
„O Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen, der du den Königen Sieg gibst und deinen Knecht David errettest von dem gefährlichen Schwert!“
Mit David haben wir gebetet:
Ps 144,5-8:
„HERR, neige deinen Himmel und fahre herab! Rühre die Berge an, dass sie rauchen! Laß blitzen und zerstreue sie, schieße deine Pfeile ab und schrecke sie! Strecke deine Hand aus von der Höhe; rette mich und reiße mich heraus aus großen Wassern, aus der Hand der Söhne des fremden Landes, deren Mund Lügen redet und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist.“
Wir beteten auch für die Situation im Land selbst, die ebenfalls als „tobendes Meer“ beschrieben wird.
Gott wird das „Meer“ beruhigen.
- „O Gott, ein neues Lied will ich dir singen, Du, der du das Tosen der Meere stillst, das Tosen ihrer Wellen und das Toben der Völker.“ (Ps 65,8)
- „Aber die Gottlosen sind wie das aufgeregte Meer, das nicht ruhig sein kann, dessen Wellen Kot und Unrat auswerfen.“ (Jes 57,20)
- „Warum toben die Völker?“ (Ps 2,1)
- „Du herrschest über das stolze Meer; wenn sich seine Wellen erheben, so glättest du sie. Du hast Rahab wie einen Erschlagenen zermalmt, mit deinem starken Arm zerstreutest du deine Feinde. Dein ist der Himmel, dir gehört auch die Erde, der Weltkreis und was ihn erfüllt; du hast es alles gegründet.“ (Ps 89,10-12)
„Du bist wahrhaftig der Sohn Gottes.“
Nachdem Jeschua Petrus gerettet hatte, kehrten sie zum Boot zurück (gingen sie gemeinsam auf dem Wasser?).
Sobald sie hineinstiegen, legte sich der Wind und das Meer beruhigte sich.
(Dann „kamen die im Boot herbei, warfen sich vor ihm nieder und sagten: ‚Wahrhaftig, du bist der Sohn Gottes.‘“ Mt 14,33)
Auf seine eigene Weise tat David dasselbe. Nachdem er den Kampf durchgestanden hatte, errang er den Sieg und betete schließlich den HERRN an.
Ps 144,15:
„Wohl dem Volk, dem es also geht; wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!“
Mögen wir alle uns Jeschua zuwenden, im Gebetskampf ausharren, bis wir Ihn sehen, und uns in Anbetung, Verehrung und Glauben zu Seinen Füßen wiederfinden. Er wird unsere Gebete erhören.
Gott segne jeden von euch, liebe Mitbeter.
Ofer
HINWEIS: Wir werden in den kommenden Wochen keine Gebetsimpulse versenden. So Gott will, werden wir im August damit fortfahren.
1. Die messianische Gemeinde in Israel
Wir können beten
- dass der HERR Seiner messianischen Gemeinde in Israel neu die Augen für Seinen starken Arm öffnet, der über allen ihren Situationen und Umständen herrscht. „Siehe, Gott, der HERR, kommt als ein Starker, und sein Arm wird für ihn herrschen; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er erworben, geht vor ihm her.“ (Jes 40,10)
- dass sie Yeshua, den HERRN der Heerscharen an Seine Zusage erinnern, Israel das Land Kanaan zu geben. „Er hat gesagt: Ich gebe euch ganz Kanaan, ich teile es euch zu als Erbbesitz.“ (Ps 105,11)
- dass ER die Hirten in der Gemeinde mit Seiner Kraft zu ihrem Dienst stärkt, so wie ER auch Micha gestärkt hat. „Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geiste des HERRN, mit Recht und Mut, um Jakob sein Übertreten und Israel seine Sünde anzuzeigen.“ (Mi 3,8)
- dass die Leiter in den messianischen Gemeinden gegen jede Irrlehre aufstehen. „aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben und nicht achten auf jüdische Fabeln und Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.“ (Tit 1,13b)
- dass der Herr Seine Gemeinde reinigt, wie Er verheißen hat. „Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen; und er wird die Kinder Levi reinigen und sie läutern wie das Gold und wie das Silber, so dass sie dem HERRN Opfergaben darbringen werden in Gerechtigkeit.“(Mal 3,3)
- dass Er in Seiner Gemeinde die Frucht des Geistes hervorbringt und sie so zu einem Licht in der verfinsterten Nation Israel macht. „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“ (Gal 5,22)
2. Vor der Knessetwahl
„Wahlen in Israel
Zu den Knessetwahlen in Israel waren die Prognosen für die Sitzverteilung zwischen dem Regierungslager Benjamin Netanjahus – bestehend aus Likud, den extrem rechten nationalreligiösen Parteien und den ultraorthodoxen Haredim – einerseits und dem Oppositionsblock andererseits relativ stabil. So wurden dem Regierungsblock rund fünfzig Sitze vorausgesagt und dem Oppositionslager knapp unter sechzig Mandate; zehn dieser Mandate fielen relativ konstant auf die zwei arabischen Listen. Damit käme keine der beiden Seiten auf die für eine Regierungsbildung notwendige Zahl von 61 Abgeordneten.
Aktuell ist allerdings eine neue Entwicklung eingetreten, die möglicherweise wahlentscheidend sein könnte. So wurde dieser Tage mit Leyamin Zion (deutsch: »Die zionistische Rechte«) eine weitere rechts der Mitte stehende Partei angemeldet, deren Wahlkampf demnächst aufgenommen werden soll. Bereits bekannte Führungspersönlichkeiten sind Yuli Edelstein, Ayelet Shaked und Gilad Erdan.
Der in der damals noch sowjetischen Ukraine geborene Yuli Edelstein wurde 1977 die beantragte Ausreise nach Israel verweigert. Nach seiner Verhaftung wegen des Abhaltens von Hebräischkursen im Jahr 1984 verbrachte er dreieinhalb Jahre in einem Arbeitslager, bevor ihm 1987 dann doch die Ausreise nach Israel gestattet wurde.
Nach ersten politischen Versuchen mit Anatol Sharansky schloss er sich 2003 dem Likud an. Von 2013 bis 2020 war er Parlamentsvorsitzender. Seit einem Versuch im Jahr 2021, Netanjahu als Likud-Vorsitzenden abzulösen, ist das Verhältnis der beiden gespannt. Wegen seiner Bemühungen, einen Gesetzesentwurf zur Wehrpflicht für die Haredim durchzusetzen, wurde er 2025 von seiner eigenen Partei als Vorsitzender der Kommission für Äußeres und Verteidigung abgelöst.
Die väterlicherseits aus dem Irak stammende Ayelet Shaked war von Beruf Software-Ingenieurin, bevor sie in die Politik ging. 2006 begann sie als Stabsekretärin von Benjamin Netanjahu, verließ jedoch gemeinsam mit Naftali Bennet im Jahr 2012 den Likud, um seiner religiösen Liste auch Stimmen säkularer rechtsgerichteter Wähler zu sichern. 2015 wurde Shaked Justizministerin in einer Koalition unter Netanjahu, 2021 dann Innenministerin im Kabinett Bennett-Lapid.
Der aus einer modern-orthodoxen Familie mit rumänischen und ungarischen Wurzeln stammende Gilad Erdan ist ehemaliger Botschafter Israels in den USA und bei den Vereinten Nationen. Vorher war er ab 1988 Vorsitzender der Likud-Jugendorganisation und hatte mehrere Ministerposten unter Premierminister Netanjahu inne.
Die drei Politiker verstehen sich als Vertreter einer zionistischen Rechten, die die politische Abhängigkeit einer zukünftigen Regierung von nichtzionistischen Parteien – seien sie nun arabisch oder ultraorthodox – verhindern möchte. Insbesondere geht es ihnen darum, das gerade in Kriegszeiten besonders relevante Prinzip eines allgemeinen Wehr- oder Zivildienstes durchzusetzen, das auch für die ultraorthodoxen Talmud-Schüler gilt, die bislang von der Wehrpflicht ausgenommen sind. So erklärte Edelstein am 5. Juli gegen Benjamin Netanjahu und den Likud gerichtet: »Nach dem 7. Oktober wurde mir klar, dass ein Weiter wie gehabt keine Option mehr ist. … Mein Ziel war eindeutig: die Rekrutierungsbasis der IDF zu erweitern und einen historischen Wandel herbeizuführen.«
Erste Wahlumfragen der Parteiinitiatoren zeigen eine zweistellige Anzahl von Mandaten, die sowohl zu Lasten des Regierungslagers als auch der Opposition von Bennett, Eisenkot und anderen gehen würden. Auch von Haredim, die Wehrdienst leisten und für eine allgemeine Wehrpflicht sind, erwartet sich die neue Liste Unterstützung. Eine andere Umfrage spricht zwar nur von sechs Mandaten, doch in der Summe würde das Oppositionslager mit der neuen Partei wahrscheinlich mehr als sechzig Mandate und damit die wahlentscheidende absolute Mehrheit erreichen.“
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Es ist zu sehen, dass die politische Landschaft Israels immer mehr zersplittert, und jede Gruppe eigene Interessen vertritt und nicht das Wohl des Landes sucht. Das wird auch deutlich an den Interessen der Orthodoxen, deren Leiter sich standhaft weigern, an der Verteidigung des Landes gegen äußere Feinde mitzuwirken.
„'Ein Lügner, dem man nicht trauen kann': Ehemaliger Oberrabbiner deutet möglichen Bruch mit Netanjahu an
Der geistliche Führer der Schas-Partei, Rabbiner Jitzchak Josef, wirft dem Premierminister vor, die ultraorthodoxe Partei in der Frage der Wehrpflichtgesetzgebung getäuscht zu haben. Er lobt den ehemaligen IDF-Chef Gadi Eisenkot und erklärt, Schas könne ihn als nächsten israelischen Premierminister unterstützen.
Josef lobte Eisenkot, den ehemaligen Generalstabschef der israelischen Armee (IDF), der später in die Politik ging und sich als Alternative der politischen Mitte zu Netanjahu positioniert. ‚Gadi Eisenkot ist ein guter Mann, ein herzlicher Jude. Er liebt Tora-Gelehrte‘, sagte Josef. ‚Seine Großmutter wählte Schas und wollte, dass er Rabbiner wird. Dazu kam es zwar nicht, aber er ist jemand, dem man vertrauen kann.‘ Er fügte hinzu: ‚Möglicherweise gehen wir bei der nächsten Wahl mit ihm. Vielleicht unterstützen wir ihn als nächsten Premierminister.‘ Josef äußerte zudem die Hoffnung, dass sich auch ‚Vereinigtes Tora-Judentum‘ – das andere große ultraorthodoxe politische Bündnis Israels – der Unterstützung Eisenkots durch Schas anschließen würde.
Bereits am Vortag hatte Josef in einer öffentlichen Äußerung einen deutlichen Vergleich zwischen Netanjahu und Eisenkot gezogen. ‚Wir leben – aufgrund unserer vielen Sünden – in einem säkularen Land, nicht in einem ultraorthodoxen Land‘, sagte er. ‚Wir beten dafür, dass alle zur Umkehr finden. Manche Menschen mögen umkehren, doch bei anderen glaube ich nicht, dass sie jemals umkehren werden.‘ Unter Verwendung von Netanjahus Spitznamen fügte er hinzu: ‚Wird Bibi Netanjahu umkehren? Es besteht keine Chance, dass er umkehrt. Eisenkot hingegen vielleicht.‘
Die Schas-Partei, die viele sephardische und mizrachische ultraorthodoxe Wähler vertritt, war traditionell ein zentraler Partner in Regierungen unter der Führung Netanjahus. In jüngster Zeit hat die Partei jedoch erstmals signalisiert, dass sie sich möglicherweise nicht mehr automatisch an das rechte Lager gebunden fühlt."
https://www.ynetnews.com/article/s10fa5x4mg
Wir können beten
- dass der HERR das Toben der unterschiedlichen politischen Parteien, Leiter und Fraktionen in Israel zur Ruhe bringt. „Du, der du das Brausen der Meere stillst, das Brausen ihrer Wogen und das Toben der Völker.“ (Ps 65,7; NKJV)
- dass ER Parteien und Menschen nach vorne bringt, die nach Seinem Willen trachten und diesen in der Regierung auch umsetzen. „Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebet; dann wird der HERR mit euch sein, wie ihr sagt! Hasset das Böse und liebet das Gute und gebet dem Recht seinen Platz im Tor; vielleicht wird der HERR, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein.“ (Am 5,14-15)
- dass der HERR in all den Absprachen, der Bildung von neuen Gruppen und Wahlkoalitionen wirkt und aus dem Wahlergebnis eine Regierungskoalition entsteht, die mit Weisheit und einem Hirtenherzen das erschöpfte Volk Israel gut regiert. „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; in seinen Arm wird er die Lämmer nehmen und sie an seinem Busen tragen; die Schafmütter wird er sorgsam führen.“ (Jes 40,11)
- dass ER eine Regierungskoalition zustande kommen lässt, die in Einheit mit Seiner Weisheit Israel regiert. „Mit meiner Hilfe (Weisheit von Gott) regieren die Könige und treffen die Herrscher gerechte Entscheidungen.“ (Spr 8,15)
3. Sicherheitssituation Israels
Wie die Nachrichten erkennen lassen, ist ein Frieden auch mit dem Iran noch nicht in Sicht. Der ständige Beschuss zwischen Streitkräften des Iran und der USA kann sich jederzeit ausweiten und auch Israel wieder einbeziehen.
Für Israel ist momentan der Libanon im Vordergrund; dort hat es nach israelischer Einschätzung Fortschritte gegeben.
„Die Entwaffnung der Hisbollah im Libanon erfordert mehr als nur militärische Gewalt
Die am 26. Juni in Washington unterzeichnete Rahmenvereinbarung stellt einen echten diplomatischen Erfolg dar, den Botschafter Yechiel Leiter als Schritt in Richtung Frieden bezeichnete.
Die eigentliche Geschichte lag jedoch in dem, was nicht zu sehen war. Der einzige dokumentierte Handschlag fand zwischen Außenminister Marco Rubio und der libanesischen Gesandten in den USA, Nada Hamadeh Moawad, statt; ein direkter Kontakt zwischen den beiden Botschaftern wurde nicht festgehalten.
Die libanesische Seite erwähnte weder Israel noch den Frieden, sondern sprach lediglich von Souveränität, der Beendigung der Feindseligkeiten und der Rückkehr der Vertriebenen.
Diese Asymmetrie war keine Frage der Etikette, sondern spiegelte drei Hindernisse wider, die Moawad klar benennt: das zuvor unterzeichnete US-iranische Memorandum, das den Iran und damit die Hisbollah gestärkt hat; die Rolle der Hisbollah als militärische Kraft und zugleich mächtiger Block im Parlament Libanons; sowie die Unfähigkeit der Libanesischen Armee, die Hisbollah tatsächlich zu entwaffnen. Sie stellt daher Souveränität und Truppenabzug in den Vordergrund – nicht den Frieden – und macht keinerlei Zugeständnisse, wohl wissend, dass das Abkommen ohne externe Hilfe beim Aufbau der fehlenden Kapazitäten scheitern wird…
Hinter dieser Außendarstellung erkennen beide Seiten den Iran als das eigentliche Problem, wenngleich sie unterschiedliche Begriffe verwenden: Israel spricht von Sicherheit, der Libanon von Souveränität.
Um den angestrebten Frieden zu erreichen, wären zwei Schritte mit externer Unterstützung notwendig:
Erstens: Man sollte die Organisation der Hisbollah zunächst dort konfrontieren, wo sie verwundbar ist, in ihrem Parallelstaat... Dienstleistungen, Kredite und vor allem Wiederaufbau und Entschädigung müssen ausschließlich über den libanesischen Staat und geprüfte Akteure fließen, damit die Hisbollah nicht durch Wiederaufbau in den Süden zurückkehren kann. Die Kampagne gegen al-Qard al-Hasan, das mit der Hisbollah verbundene Finanzinstitut, muss weitergehen und das System auslaugen…
Zweitens: Der Süden des Libanon sollte sich selbst verwalten. Eine vollständig libanesische Zivilverwaltung, die unter der Aufsicht des libanesischen Staates und der Vereinigten Staaten steht, sollte schrittweise aufgebaut werden. Diese schiitischen Zivilgesellschaft aus Gemeindevorstehern, Clans, Geistlichen und Vertriebenen sollte die Rückkehr der Hisbollah in Schulen, Moscheen und Gemeinden blockieren…
Das Abkommen ist eine echte Errungenschaft, aber es ist kein Frieden und wird auch kein Frieden werden, solange es sich nur mit der Frage der Entwaffnung der Hisbollah beschäftigt und den Parallelstaat, der sie herstellt, ignoriert. Die Unterzeichnung war historisch, aber in Washington wird keine Geschichte geschrieben. Sie wird im ersten Dorf im Süden stattfinden, in dem libanesische Bürger und nicht die Hisbollah darüber entscheiden, wer ihr Leben regiert…“
https://www.jpost.com/jerusalem-report/article-901692
Wir können beten
- dass der HERR Sein Volk, das von allen Seiten bedrängt wird, rettet, so, wie ER es für David getan hat. „Strecke deine Hand aus von der Höhe; rette mich und reiße mich heraus aus großen Wassern, aus der Hand der Söhne des fremden Landes, deren Mund Lügen redet und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist.“ (Ps 144,7-8)
- dass GOTT auch in die völlig verworrene Situation im Libanon auf Seine Weise zum Wohl Israels eingreift. „Wohl dir, Israel! Wer ist dir gleich, du Volk, das durch den HERRN gerettet ist? Er ist dein hilfreicher Schild und dein siegreiches Schwert. Deine Feinde werden dir schmeicheln, du aber sollst über ihre Höhen wegschreiten.“ (5 Mose 33,29)
- dass der HERR jeden Plan der Feinde Israels zunichte macht und SEINEN PLAN für Sein Volk durchbringt. „Der HERR macht den Plan der Nationen zunichte, er vereitelt die Gedanken der Völker. Der Ratschluss des HERRN besteht ewig, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Glückselig die Nation, deren Gott der HERR ist, das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat!“ (Ps 33,10-12)
- dass ER Israel als Nation inmitten all seiner Feinde den Raum gibt, den ER Seinem Volk bestimmt hat. „Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Teppiche deiner Wohnungen aus; spare nicht, spanne deine Seile weit aus und befestige deine Pfähle; denn zur Rechten und zur Linken wirst du ausbrechen, und dein Same wird die Nationen besitzen, und sie werden verlassene Städte bevölkern.“ (Jes 54,2-3)
Für Deutschland
Wir machen eine Pause von drei Wochen. Lasst uns diese Zeit nutzen, um einmal grundsätzlich vor dem Herrn still zu werden und uns bewusst machen, was wir tun, wenn wir beten, und was das Ziel unserer Gebete ist. Dazu kann uns folgende Stelle aus dem Philipperbrief eine Hilfe sein.
Phil 1,1-11:
„Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, samt den Aufsehern und Dienern: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus!
Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke, allezeit, in jedem Gebet für euch alle, indem ich das Gebet mit Freuden tue wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis jetzt, und weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.
Es ist ja nur billig, daß ich so von euch allen denke, weil ich euch im Herzen trage, sowohl in meinen Banden als auch bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums, damit ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt in der herzlichen Liebe Jesu Christi.
Und um das bitte ich, daß eure Liebe noch mehr und mehr reich werde an Erkenntnis und allem Empfindungsvermögen, damit ihr zu prüfen vermöget, worauf es ankommt, so daß ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Jesu Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt wird zur Ehre und zum Lobe Gottes.“
Der Philipperbrief ist an „alle Heiligen in Christus Jesus…“ gerichtet.
Was ist im Verständnis des Neuen Testaments ein „Heiliger“? –
Es ist eine Person, deren Leben abgesondert wurde für Gott; eine Person, die Gott gehört und für IHN lebt.
Ein Heiliger ist deshalb ein Mensch, der anders lebt als Menschen, deren Leben nicht Gott gehört.
Dieser Brief ist also an Heilige gerichtet, zu denen Paulus eine enge persönliche Beziehung hat. Diese Beziehung wird schon in seinen ersten Sätzen sichtbar: Er öffnet den Lesern sein Herz, seine innersten Gefühle und Beweggründe, und gibt ihnen einen Einblick in sein persönliches Gebetsleben. Dieser Einblick gibt uns die Möglichkeit, unsere Art zu beten mit seinem Gebetsleben zu vergleichen.
Was zeigt uns dieses Gebet von Paulus?
- Gebet beginnt mit Dank.
- Gebet kommt aus dem Herzen.
- Gebet will die Ehre und das Lob Gottes vermehren.
1. Gebet beginnt mit Dank.
Wenn wir als Kinder Gottes zu unserem Vater im Himmel kommen, ist es richtig, „danke“ zu sagen, ehe wir „bitte“ sagen: „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, preiset seinen Namen!“ (Ps 100,4).
Wofür dankt Paulus hier? – Er sitzt wegen seines Glaubens an Jesus im Gefängnis und ist dankbar, weil er sieht, dass die Gemeinde in Philippi das durch ihn gepredigte Evangelium angenommen hat und jetzt sichtbar in die Tat umsetzt. „Jedes Gebet für euch … wird mir erneut zum Dank und erfüllt mich mit Freude: Dank und Freude, dass ihr euch so eifrig für die Gute Nachricht einsetzt, seit dem Tag, an dem ihr sie angenommen habt, und bis heute.“ (Phil 1,4-5; GN)
Durch Jesus ist eine Beziehung zur Gemeinde in Philippi entstanden, die auf Gegenseitigkeit beruht und Paulus in seiner Situation tröstet und stärkt.
Wir sind nicht allein sind, sondern haben eine Familie!
2. Gebet kommt aus dem Herzen.
Gebet besteht im Kern nicht darin, dass ich die richtigen Dinge ausspreche – es ist vielmehr eine Sache des Herzens. „Ich kann gar nicht anders, als so über euch denken; denn ich trage euch alle in meinem Herzen…Gott weiß auch, wie sehr ich mich nach euch allen sehne mit der herzlichen Liebe, die Jesus Christus in mir geweckt hat“ (Phil 1,7-8; GN).
Paulus macht sein Herz auf und teilt der Gemeinde seine Gefühle für sie mit: wenn ich an euch denke, sehne ich mich nach Gemeinschaft mit euch – weil Jesus diese Liebe zu euch in mir geweckt hat.
3. Gebet will die Ehre und das Lob Gottes vermehren.
Paulus schaut zurück und dankt Gott, dass ER diese Beziehung in Jesus herbeigeführt hat: „das gute Werk, das er bei euch angefangen hat“ (Phil 1,6; vgl. Apg 16,6-12) – dafür gebührt IHM aller Dank.
Paulus schaut mit Freude und Erwartung in die Zukunft, weil er sicher ist, dass Gott nichts unvollendet lässt, was Er einmal begonnen hat. „Gott wird das gute Werk… auch vollenden bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt.“ (Phil 1,6)
Damit das geschieht, betet Paulus für drei Dinge:
Erstens:
Er betet, dass ihre Liebe immer mehr zunehmen möge an Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen. In der Welt heißt es: „Liebe macht blind“. Bei Gott ist es dagegen so: wahre Liebe macht sehend! Sie sieht die wahren Bedürfnisse des anderen, sie lässt sich durch den Geist leiten und erkennt, was aus der Sicht Gottes in einer gegebenen Situation richtig und angemessen ist und Seinem Willen entspricht, denn Gottes Wille allein ist gut! (Matth 19,17; Mark 10,18; Lk 18;19)
Zweitens:
Er betet für sie, damit sie „lauter und unanstößig“ sein mögen. (JFB erklärt „lauter“ als rein, unbefleckt; kein Fehler wird sichtbar, wenn es vom Sonnenlicht untersucht wird; und „unanstößig“ als eine Lebensweise, die andere nicht zur Sünde zu verleitet)
Drittens:
Er betet für sie, dass ihr Leben reiche Frucht hervorbringen möge – die Frucht, die nur durch Jesus in einem Leben bewirkt werden kann.
Schließlich nennt er das, was alle diese Schritte letztendlich hervorbringen sollen, nämlich dass dieses Leben allein Gott Ruhm und Ehre bringt.
1. Gemeinde
Wir können beten
- und danken, dass Gott Seine Liebe zu Seiner Gemeinde bezeugt; Er hat Seinen Sohn gegeben, um uns zu retten. „Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5,8)
- dass ER uns, Seine Gemeinde lehrt, deshalb immer mit einem dankbaren Herzen in Seine Gegenwart zu kommen. „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1 Thess 5,18)
- und danken, dass Gott uns ALLES geschenkt hat, was wir zum Leben brauchen. „Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft.“ (2 Petr 1,3)
- dass ER uns, Seiner Gemeinde, das Lied ins Herz gibt, was Er auch David geschenkt hat. „Ich will dich von Herzen lieben, HERR, meine Stärke!“ (Ps 18,2)
- dass Er Seine Gemeinde in diesem Land befähigt, Seine Werke zu tun. „Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, so dass ihr in allem allezeit alle Genüge habet und überreich seiet zu jedem guten Werk“ (2 Kor 9,8)
- dass Seine Gemeinde darum eifert, so zu leben, dass Gott alle Ehre bekommt. „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matth 5,16)
2. Aliyah aus Deutschland
In Deutschland leben heute schätzungsweise 200.000 Juden. Davon sind rund 95.000 offiziell in einer jüdischen Gemeinde organisiert. Hier Beispiele aus einigen Großstädten:
Berlin:
In Berlin leben schätzungsweise zwischen 25.000 und 45.000 Juden. Diese hohe Zahl setzt sich aus offiziell in Gemeinden organisierten Mitgliedern sowie einer großen Anzahl nicht-organisierter Zuwanderer und Expats, unter anderem aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, den USA, Großbritannien, Frankreich und Israel zusammen.
Die größte Synagoge Deutschlands ist die Synagoge Rykestraße in Berlin (Ortsteil Prenzlauer Berg). Sie wurde 1904 eingeweiht, überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet und bietet nach umfassenden Renovierungen Platz für 1.200 Besucher.
Die offizielle Jüdische Gemeinde zu Berlin hat etwa 8.400 Mitglieder. Sie ist eine Einheitsgemeinde. Dies bedeutet, dass sie sich um alle verschiedenen Arten des Judentums kümmert. In ganz Berlin leben schätzungsweise über 12.000 jüdische Menschen. Es gibt auch viele Israelis in der Stadt, die nicht alle in der Gemeinde sind.
München
In München leben schätzungsweise rund 9.500 bis 10.000 Juden. Die große Mehrheit von ihnen ist in der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) organisiert, welche die mitgliederstärkste jüdische Gemeinde in Deutschland ist.
Hamburg
In Hamburg leben schätzungsweise etwa 4.500 bis 5.000 jüdische Menschen. Die offizielle Jüdische Gemeinde Hamburg hat knapp 2.300 Mitglieder. Da jedoch nicht alle Juden in der offiziellen Gemeinde organisiert sind, geht man von einer doppelt so hohen Gesamtzahl aus.
Frankfurt
Die Jüdische Gemeinde Frankfurt hat heute etwa 6.500 bis 7.000 Mitglieder. Sie gehört damit zu den größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Weil viele Juden nicht in der offiziellen Gemeinde gemeldet sind, ist die tatsächliche Gesamtzahl in der Stadt wahrscheinlich höher.
Wir wissen, dass der HERR Sein Volk aufruft, aus der ganzen Welt in das Land Israel zurückzukehren. Dieser Aufruf ist dringlich und mit einer Warnung verbunden.
Jer 16,14-16:
„Darum seht, es kommen Tage, spricht der HERR, da man nicht mehr sagen wird: So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat! sondern: So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel herausgeführt hat aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hat! Denn ich will sie wieder in ihr Land führen, das ich ihren Vätern gegeben habe.
Ich rufe viele Fischer herbei, sagt der HERR, die sollen die Leute von Juda wie Fische fangen. Und danach rufe ich viele Jäger, die Treibjagd auf sie machen und sie herunterholen von jedem Berg und jedem Hügel und sie hervorholen aus jedem Felsspalt.“
Der Antisemitismus nimmt weltweit rasant zu - auch in Deutschland. Es ist (noch nicht?) vergleichbar mit der Situation von 1938, den der folgende Artikel beschreibt.
„Die fast ausgelöschte jüdische Gemeinde von Danzig baut sich neu auf.
Die an der Ostsee gelegene Hafenstadt Danzig (polnisch: Gdańsk) ist bekannt für ihre prachtvolle Architekturgeschichte und ihre enge Verbindung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Verwoben mit den malerischen Gassen der Stadt ist die Geschichte einer der faszinierendsten, vielschichtigsten und einflussreichsten jüdischen Gemeinden Osteuropas – einer Gemeinschaft, die ein kulturelles goldenes Zeitalter erlebte, fast vollständig vernichtet wurde und sich nun um einen Neubeginn bemüht.
Eine erste jüdische Präsenz in der Region ist bereits für das 10. und 11. Jahrhundert belegt. Bei den damals eintreffenden Juden handelte es sich vorwiegend um fahrende Händler, die über die Seehandelswege reisten. Eine dauerhafte Ansiedlung stieß jedoch auf zahlreiche Schwierigkeiten. Im 14. und 15. Jahrhundert war es Juden unter der Herrschaft des Deutschen Ordens untersagt, sich dauerhaft in der Stadt niederzulassen.
Ein entscheidender Wandel setzte Mitte des 15. Jahrhunderts ein, als Danzig Teil des Königreichs Polen wurde. Obwohl die Stadt weiterhin restriktive Gesetze anwandte und keine jüdische Ansiedlung gestattete, war es Juden erlaubt, während der großen Messen Handel zu treiben. Infolgedessen begannen sich außerhalb des städtischen Hoheitsgebiets jüdische Viertel zu bilden. Erst im 19. Jahrhundert, mit der Gewährung der Emanzipation und unter preußischer Herrschaft, erhielten die Juden der Stadt die volle Gleichberechtigung.
Im Jahr 1887 schlossen sich die fünf kleinen Gemeinden der Stadt zu einer Einheitsgemeinde zusammen; dies markierte den Beginn des „goldenen Zeitalters“ des Danziger Judentums, das in den 1920er Jahren mit rund 10.000 Mitgliedern seinen Höhepunkt erreichte. Die Gemeinde nahm in der europäischen Landschaft eine Sonderstellung ein. Dank ihres Status als „Freie Stadt“ nach dem Ersten Weltkrieg genoss sie ein gewisses Maß an Autonomie, doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933 verschlechterte sich die Lage rapide.
Im Jahr 1938, nach den Pogromen der 'Kristallnacht', bei denen jüdische Einrichtungen in der Stadt beschädigt worden waren, erkannte die jüdische Gemeindeleitung, dass sie in der Stadt keine Zukunft mehr hatte. In einem mutigen und beispiellosen Schritt traf die örtliche jüdische Führung eine strategische Entscheidung: den Verkauf des Gemeindeeigentums – einschließlich der großen und prächtigen Großen Synagoge –, um die Auswanderung der Juden der Stadt zu finanzieren.
Dank dieses Einfallsreichtums gelang es etwa 7.000 Danziger Juden, nach Übersee auszuwandern. Viele von ihnen wanderten ins Land Israel aus, einige kamen an Bord des berühmten Schiffes 'Atlantic' dorthin, das für die illegale Einwanderung genutzt wurde. Diejenigen, die zurückblieben – etwa 1.500 Menschen –, wurden in Vernichtungslager (vorwiegend in das nahegelegene Lager Stutthof) deportiert und im Holocaust ermordet…“
https://www.ynetnews.com/jewish-world/article/s1zmv6axmg
Die Anzahl der Juden, die sich aus unserem Land zur Zeit in ihre Heimat aufmachen, ist gemessen an der Zahl 200.000 verschwindend gering. Aliyah ist im wahren Sinne des Wortes lebensnotwendig!
Wir können beten
- dass der HERR den Juden in unserem Land Gnade gibt, aus der Vergangenheit zu lernen und der Aufforderung der Bibel zu folgen – Gnade, ihr Handeln an dem Reden des Geistes und nicht an ihren seelisch/fleischlichen Wünschen zu orientieren.
- dass die Juden in unserem Land dankbar sind, dass es den Staat Israel gibt und sie dort leben können.
- dass Gott die Juden in ihren Herzen anspricht, und sie erkennen, dass der weltweit einzige für sie richtige und sichere Ort Israel ist und kein anderes Land.
- dass Gott Dinge geschehen lässt, die die Juden in Deutschland erschüttern und dazu bringen, Israel als ihre Heimat zu erkennen und praktisch Aliyah zu machen.
- dass in den Herzen der Juden überall in der Welt die Wahrheit des Wortes Gottes aufleuchtet und ihnen bewusst wird, dass sie außerhalb Israels „in ihren Gräbern“ leben. „So spricht Gott, der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und euch, mein Volk, aus euren Gräbern führen und euch wieder in das Land Israel bringen; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber auftue und euch, mein Volk, aus euren Gräbern führen werde.“ (Hes 37,12-13)
- dass Leiter der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland von Gott daran gehindert werden, „jüdisches Leben in Deutschland wieder aufzubauen“.
- dass christliche Gemeinden nicht länger Juden auffordern, in Deutschland zu bleiben, sondern bei der Verwirklichung ihrer Aliyah helfen.
- dass die Herzen der Juden so mit ihrem Volk und ihrem Land verbunden werden, dass sie nicht mehr wie Frau Knobloch sagen können und wollen: „Ich stehe hier als stolze Deutsche“. „Denn wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden sich deine Kinder dir vermählen“ (Jes 62,5)
- dass der HERR im Land viele Beter aufruft, die im Gebet für die Rückkehr der Juden nach Israel Raum machen. „Gehet hin, gehet hin durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg, machet Bahn, machet Bahn! Räumet die Steine weg! Hebt das Panier hoch empor über die Völker!“ (Jes 62,10)
Möge der Herr uns helfen, in unseren Tagen als Beter mit Ausdauer festzustehen!
Heinz-Jürgen Heuhsen
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