Wöchentliches Gebet - 28. Januar 2026
Für Israel
Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
Hos 11,8-9:
„Wie könnte ich dich hergeben, Ephraim, wie könnte ich dich preisgeben, Israel? Wie könnte ich dich behandeln gleich Adma, dich machen wie Zeboim? Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt! Ich will nicht tun nach meines Zornes Glut, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und komme nicht in grimmigem Zorn.“
Adma und Zeboim waren zwei Städte, die der HERR zusammen mit Sodom und Gomorra vernichtete (5 Mose 29:23).
Hos 11:8 deutet an, dass Israel ebenso ein solches Urteil verdient hatte, doch Gott in Seiner Liebe richtete und züchtigte es erlösend.
„Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt!“ Der hebräische Text könnte auch so gelesen werden: „Mein Herz ist in mir aufgewühlt, Mein Erbarmen brennt wie ein Ofen“ (eigene Übersetzung).
Hört auf das Herz Gottes; wie können wir jemals solche Liebe, solche Treue, solche Gnade begreifen?
Hos 11,1-5:
„Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen. Aber man rief sie; sofort gingen sie von mir weg. Den Baalen opferten sie, und den Bildern räucherten sie. Und doch habe ich Ephraim gegängelt! Ich nahm sie auf meine Arme; sie aber haben nicht gemerkt, dass ich sie heilte. Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe, ich hob ihnen gleichsam das Joch auf vom Kinn und ließ sie gemütlich fressen. Er soll nicht nach Ägypten zurückkehren, sondern der Assyrer soll ihr König werden, weil sie nicht umkehren wollen!“
„In einer noch zärtlicheren Sprache als die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lk 15,11–32) verkündet hier Gott, der liebende Vater, sein Erbarmen mit Israel. Trotz der Rebellion kann Gottes Erwählung nicht besiegt werden. Jenseits des Gerichts gibt es Hoffnung.“ (R Sproul, ed., The Reformation Study Bible, Ligonier Ministries, 2005,p 1251)
Wie kann das Herz des Vaters jemals zufrieden sein, da er doch heilig und gerecht ist?
Hos 11,9:
„Ich will nicht tun nach meines Zornes Glut, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und komme nicht in grimmigem Zorn.“
Ich glaube, die Antwort liegt in Vers 1 verborgen (nicht, dass Hosea sie dort so verstanden hätte, sondern so, wie sie im Neuen Testament verstanden wird).
Hos 11,1:
„Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen.“
Dieser Vers wird in Matthäus 2:15 zitiert. Er spricht natürlich von Jesu Rückkehr aus Ägypten, wo er und seine Eltern bis zum Tod des Herodes lebten.
Mt 2,15:
„Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt ist, der spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen".
Vielleicht können wir es so ausdrücken: Als Gott auf seinen Sohn (Israel) blickte, sah er seinen Sohn, Yeshua, der aus dem Geschlecht Israels hervorgehen würde. Er würde zugleich Gott, der Sohn, und ein wahrer Sohn Israels sein. Dieser Sohn würde durch seinen Gehorsam das Herz seines Vaters erfreuen (Hebr 5,8). Und in seinem Tod am Kreuz würde Er der Urheber der Verwandlung Israels sein: von einer Hure zu einer geliebten Ehefrau, von einem rebellischen Sohn zu einem verwandelten Volk.
Das Kreuz ist die Kraft Gottes, nicht nur um Herzen ein wenig zu verändern, sondern um ein völlig neues Herz zu schenken. Das Kreuz ist nicht nur ein Mittel zur Besserung, sondern ein Ort der Verwandlung zu einem ganz neuen Menschen.
Vertraue Gott, glaube an IHN, wende dich IHM immer wieder mit offenem Herzen zu, gehorche IHM, indem du Sein Wort lebst, und harre auf den HERRN und Sein Wort. Er wird alles erfüllen, was ER gesagt hat!
Seid gesegnet in Yeshua,
Ofer
1. Errettung Israels
Wir können beten
- und dem HERRN danken, dass ER auch für Sünder, gleichgültig ob eine Einzelperson oder Sein Volk Israel, ein Herz voll brennenden Erbarmens hat. „Wie könnte ich dich aufgeben, Ephraim, wie könnte ich dich im Stich lassen, Israel? Ich kann dich doch nicht vernichten, Israel, wie die Städte Adma und Zebojim! Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt!“ (Hos 11,8)
- und dem HERRN danken, dass ER in Seinem ewigen Rettungsplan schon zur Zeit Hoseas den kommenden Retter Yeshua im Blick hatte und angekündigt hat. „Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen.“ (Hos 11,1) „Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt ist, der spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen". (Mt 2,15)
- und dem HERRN für die Gewissheit danken, dass ER Seinen verlorenen Sohn Israel nicht endgültig verworfen hat, sondern nur auf Seine Umkehr wartet, um ihn in die Arme zu schließen und wieder in die volle Sohnesstellung einzusetzen. „Der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet eilends das beste Feierkleid her und ziehet es ihm an, und gebet ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße; und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ (Lk 15,22-24a)
- dass ER in den Herzen Seines Volkes ein Verlangen nach Errettung von ihren Sünden weckt, wenn sie Sein Wort lesen. „Israel, harre auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade, und viel Erlösung ist bei ihm. Und er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden.“ (Ps 130,7-8)
- dass ER Israels Blindheit heilt und es seinen Retter SEHEN wird: „Sie werden mich sehen, den sie durchbohrt haben." (Sach 12,10)
2. Herausforderungen im Land Israel
Das Volk Israel wird nicht nur von außen bedrängt, es gibt auch massive Schwierigkeiten im Inneren. Wir wollen zwei nennen: Zusammenleben mit den Orthodoxen und die anstehenden Wahlen. Die Spannungen mit den Orthodoxen in Bezug auf den Dienst in der IDF sind nicht gelöst, während die Streitkräfte stark unterbesetzt sind.
Am 27. Oktober 2026 sollen die Wahlen zur 26. Knesset (120 Sitze) stattfinden. In die politische Parteienlandschaft in Israel ist in der vergangenen Woche Bewegung gekommen.
„Israel verschiebt Haushaltsabstimmung 2026 wegen Streit um Wehrpflicht für Haredim
Die Regierung verschob die Abstimmung über den Staatshaushalt aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit den Haredi-Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum über das umstrittene Wehrpflichtgesetz für Haredim. Die Verschiebung erfolgte auf Druck der Haredi-Parteien hinsichtlich des Gesetzesentwurfs.
Netanjahu verfügt seit Juli über keine stabile Koalitionsmehrheit mehr, nachdem die Verhandlungen über das Wehrpflichtgesetz für Haredim gescheitert waren und die Haredi-Parteien die Regierung verlassen hatten.
Beide Haredi-Parteien drohten, ihre Unterstützung für den Staatshaushalt zu verweigern, falls keine Einigung über das Wehrpflichtgesetz erzielt würde. Sie drohten außerdem, gegen den Staatshaushalt zu stimmen, sollte der Gesetzesentwurf nicht zuvor verabschiedet werden.
Die erste Lesung des Staatshaushalts ist Teil eines entscheidenden Prozesses, der zu vorgezogenen Neuwahlen im Land führen könnte. Wird der Staatshaushalt bis Ende März, dem Ende des Haushaltsjahres, nicht in allen drei Lesungen verabschiedet, löst sich die Knesset automatisch auf und es werden Neuwahlen ausgerufen.
Das Gesetz sieht vor, dass zwischen der Verabschiedung des Staatshaushalts in erster Lesung und der anschließenden zweiten und dritten Lesung mindestens 60 Tage vergehen müssen.
Das bedeutet, dass der Gesetzentwurf diese Woche die erste Lesung passieren muss, um die Frist im März einzuhalten.“
https://www.jpost.com/israel-news/politics-and-diplomacy/article-884565
„Mit neuen Akteuren und alten Allianzen nimmt Israels politische Landkarte nach dem 7. Oktober Gestalt an.
Während sich Israel zunehmend auf den Wahlkampf vorbereitet, ereigneten sich diese Woche zwei bedeutende politische Entwicklungen – eine, die lautstark die Titelseiten beherrschte, die andere weitgehend unbemerkt.
Die erste war der Bericht, der sich später bestätigte, dass Gadi Eisenkot … mit dem Vorsitzenden von Yesh Atid, Yair Lapid, und dem ehemaligen Premierminister Naftali Bennett über eine gemeinsame Kandidatur auf einer gemeinsamen Liste verhandelt.
Die übergeordnete Idee ist die Bildung einer breiten Partei – Eisenkot in der Mitte, Bennett im gemäßigten rechten Flügel und Lapid im gemäßigten linken Flügel –, die den Likud als stärkste Partei des Landes ablösen und dann gemeinsam mit Avigdor Liebermans Yisrael Beytenu im rechten Flügel und Yair Golans Demokraten im linken Flügel eine Regierungskoalition bilden könnte.
Politische Prognosen sind ein riskantes Unterfangen. Doch eines ist klar: Es handelt sich hier um einen weiteren Versuch, die politischen Verhältnisse neu zu ordnen – den Salon einladender zu gestalten, in der Hoffnung, mehr Gäste anzulocken. Es geht dabei nicht um die Anschaffung eines neuen, bequemeren Sofas – etwas, das ganz neue Gäste anziehen könnte, die des aktuellen Zustands überdrüssig geworden sind…
Während diese erste politische Entwicklung der Woche reine Machtkalkulation war, ging es bei der zweiten um etwas weitaus Selteneres: das Auftreten neuer politischer Akteure. Dies zeigte sich u.a. in einem Interview von Kanal 12 mit Yonatan Shamriz, der seinen Einstieg in die Politik ankündigte, sich aber noch nicht entschieden hatte, ob er in einer bestehenden Partei oder mit einer selbst zu gründenden Partei antreten würde.
Shamriz ist ein Überlebender des Anschlags vom 7. Oktober. Er und seine schwangere Frau suchten mit ihrer zweijährigen Tochter in ihrem Schutzraum im Kibbuz Kfar Aza Zuflucht, als Terroristen durch die Gemeinde wüteten, 63 Menschen ermordeten und 19 als Geiseln nahmen, darunter seinen jüngeren Bruder Alon.
Er gründete die nationale Basisbewegung Kumu, die 2024 und 2025 in Tel Aviv zivile Gedenkveranstaltungen zum 7. Oktober organisierte – als Alternative zu den staatlich organisierten Veranstaltungen. Eine Migdam-Umfrage von Mano Geva im November 2025 ergab, dass eine unabhängige Partei unter der Führung von Shamriz die Wahlhürde problemlos überwinden und sechs Sitze gewinnen könnte. Shamriz ist nicht allein. Immer mehr Persönlichkeiten, die sich mit dem Trauma des 7. Oktober identifizieren, erkunden politische Wege – entweder innerhalb bestehender Strukturen oder durch die Schaffung neuer Strukturen oder Gründung neuer Parteien.”
https://www.jpost.com/israel-news/politics-and-diplomacy/article-884273
Wir können beten
- und dem HERRN für Seine Zusage danken, Israel auch gute Hirten zu der Zeit zu geben, geben, wenn ER sie in das Land zurückbringt. „Kehret wieder, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR; denn Ich bin euer Herr! Und ich will euch nehmen, einen aus jeder Stadt und zwei aus jedem Geschlecht, und euch nach Zion bringen; ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Kenntnis und Verstand.“ (Jer 3,14-15)
- dass ER in dieser Phase, in der Bündnisse geschmiedet und Kandidaten auftauchen, diejenigen nach vorne bringt, die in der Furcht des Herrn und in Gerechtigkeit regieren werden. „Israels Gott hat zu mir gesagt: 'Ein König, der sein Volk gerecht regiert, der Herrscht in der Furcht Gottes, ist wie die helle Morgensonne…“ (2 Sam 23,3; GN)
- dass ER Israel eine Regierung gibt, die in diesen turbulenten weltpolitischen Situationen die Zeiten verstehen und in Weisheit handeln. (Mt 16,3)
- dass der HERR Israel fähige Leitungspersönlichkeiten für die verschiedenen Bereiche gibt. „Denn weder vom Aufgang noch vom Niedergang, noch von der Wüste her kommt Erhöhung; sondern Gott ist Richter, der den einen erniedrigt, den andern erhöht.“ (Ps 75,7-8)
- dass Gott durch diese Wahl diejenigen aus dem Amt entfernt, die ihr Amt missbrauchen, selbstsüchtig und korrupt sind.
- dass ER eine Lösung schenkt, damit auch alle Orthodoxen ihren Widerstand gegen den Dienst in der IDF aufgeben.
- dass der HERR die Vorbereitungen zur Wahl leitet und Israel eine Regierung bekommt, die Seinem Willen entspricht. „Gott, der Höchste, hat Gewalt über die Königreiche der Menschen und gibt sie, wem er will.“ (Dan 4,29b)
3. Herausforderungen von außen
Wie die Entwicklung in Gaza weiter gehen soll, ist politisch sehr umstritten. Auf Druck der USA soll ein Gaza-Übergang für Personenverkehr geöffnet werden; einige Minister im Kabinett sind damit nicht einverstanden. Zudem weigert sich die Hamas nach wie vor ihre Waffen abzugeben, und es kommt auch immer wieder zu Schusswechseln zwischen der IDF und Terroristen. Eine erfreuliche Nachricht vom Montag:
„Die israelischen Streitkräfte haben die sterblichen Überreste der letzten, am 7. Oktober entführten Geisels, Ran Gvili, im nördlichen Gazastreifen gefunden.
Gvilis Identität wurde vom Nationalen Institut für Forensik, Rabbinern, der Polizei und den IDF bestätigt.
Nach der Bestätigung wurde umgehend die Familie Gvili benachrichtigt.
Gvili wurde am 7. Oktober ermordet, und sein Leichnam wurde anschließend nach Gaza gebracht. Seine Rückkehr markiert das Ende der Befreiungsaktion aller lebenden und toten Geiseln, die die Hamas am 7. Oktober genommen hatte.“
https://www.jpost.com/israel-news/article-884594
Wir können beten
- und dem HERRN für die Gnade danken, dass ER die sterblichen Überreste von Ran Gvili Israel und Seiner Familie zurückgeben hat.
- und mit Dankbarkeit bekennen, dass der HERR auf der Erde regiert und auch in Israel präsent ist. „Der HERR regiert. Es zittern die Völker. Er thront zwischen den Cherubim: Die Erde wankt.“ (Ps 99,1)
- dass der HERR der Heerscharen sich überall dort, wo noch Kämpfe nötig sind, für Sein Volk Israel erhebt. „HERR, stehe auf, dass deine Feinde zerstreut werden, und die dich hassen vor dir fliehen!“ (4 Mose 10,35b)
- dass ER Verwirrung, Uneinigkeit und Missverständnisse unter all denen stiften möge, die Israel schaden wollen. „Verwirre sie, HERR, mach uneins ihre Zungen, denn ich sehe in der Stadt Gewalttätigkeit und Streit!“ (Ps 55,10)
- dass der HERR die Regierung Israels in allen Gaza betreffenden Entscheidungen leitet, sodass von dort keinerlei Bedrohung mehr für Israel ausgeht. „Ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen; sie werden sich nicht mehr fürchten noch erschrecken müssen, auch keines soll vermisst werden, spricht der HERR.“ (Jer 23,4)
- dass der HERR Netanyahu und die Regierung weiterhin darin bestärkt, keine Kompromisse zu machen, bis jede terroristische Bedrohung Israels beseitigt ist. „Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein und kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren; ich zerschmetterte sie, dass sie nicht mehr aufstehen konnten; sie fielen unter meine Füße.“ (Ps 18,38-39)
- dass ER der Regierung und der IDF Ohren gibt, auf Seine Pläne zu hören und sich von IHM an allen Konfliktpunkten leiten zu lassen. „Ich will dich den Weg der Weisheit lehren, dich leiten auf gerader Bahn.“ (Spr 4,11)
- dass der HERR Israel in allen Situationen mit Seiner Gnade durchträgt. „Erzeige deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!“ (Ps 17,7)
Für Deutschland
Bitte nutzt doch das Mail von letzter Woche zur Grundlage eurer Gebete.
Möge der Herr uns helfen, in unseren Tagen als Beter mit Ausdauer festzustehen!
Heinz-Jürgen Heuhsen