Wachen und Beten – November 2021

1. Für die Gemeinde in Deutschland

"HERR, laß dir's gefallen, mich zu retten; HERR, eile mir zu Hilfe! ... Du bist meine Hilfe und mein Erretter; mein Gott, verziehe nicht !... Es sollen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der HERR ist groß!“  (Ps 40,14.17-18)

Eile, o Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen! ... Ich bin elend und arm; o Gott, eile zu mir! Meine Hilfe und mein Retter bist du; o HERR, säume nicht! ... Es müssen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, müssen immerdar sagen: Gott ist groß!“ (Ps 70,2-6) 

In Psalm 40 und Psalm 70 ruft David Gott um Hilfe an; er betet und benutzt in beiden Psalmen fast dieselben Worte. David hat seine Gebete wiederholt, weil sich Situationen wiederholt haben, in denen er Gottes Hilfe brauchte. - Wir erleben in dieser Welt und unserer Zeit, dass persönlicher Druck und Schwierigkeiten, aber auch Ablehnung und Änderung der Wahrheit des Wortes Gottes zunehmen und sich wiederholen. 

„Neue Schreibweise Gott*? ...

In der „Katholischen jungen Gemeinde“ (KjG), einem kirchlichen Kinder- und Jugendverband mit nach eigenen Angaben rund 80.000 Mitgliedern, soll das Wort Gott mittelfristig nur noch mit Gendersternchen benutzt werden. ‚Die Einführung von, Gott*‘ werde ‚innerhalb des Verbandes sensibel vorbereitet, heißt es in einer Pressemitteilung vom Sonntag. ‚Engagiert und mit Sorgfalt ist die KjG auf der Suche nach Gottesbezeichnungen, die mehr umfassen als die männlich weiße Vorstellung von Gott.‘ Immer mehr Gläubige seien ‚von der Vorstellung eines männlich patriarchalen, weißen Gottesbildes befremdet‘. Das erschwere vielen jungen Menschen den Zugang zu Gott …

Der Standpunkt der KjG beruht auf zwei Argumenten, einem theologischen (Gott ist anders, als unser Sprachgebrauch es suggeriert) und einem strategischen (wir wollen attraktiver werden für junge Menschen). Beide sind nicht sehr überzeugend …

Zur Theologie: Dass die Vorstellung davon, wer und wie Gott ist, über den Gedanken an einen alten Mann mit weißem Bart hinauszugehen hat, … ist ja richtig. Aber egal, welches Wort man für Gott benutzt, man spricht letztlich immer in Symbolen und Chiffren: Es gibt kein Wort, dass das Wesen Gottes vollumfänglich abbilden könnte, auch keins mit Sternchen. Theologisches Sprechen ist auf Hilfsbegriffe angewiesen, und dabei orientiert es sich mit Vorliebe am biblischen (und wie Theologen unterstellen: inspirierten) Sprachgebrauch. Der wiederum ist eindeutig: Das Neue Testament spricht von Gott dem Vater. So wichtig es ist, diese Metapher zeitgemäß zu interpretieren, so problematisch wäre es, die Bibel in ihren Begrifflichkeiten korrigieren zu wollen.

Und was die Strategie betrifft: Glaubt ernsthaft noch jemand, das Imageproblem der Kirche könne mit einem stärkeren Sich-Anschmiegen an aktuelle gesellschaftspolitische Debatten gelöst werden?“

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article234629542/Gender-Vorstoss-von-Kirchenverband-Neue-Schreibweise-Gott-Das-duerfte-die-Aussenwelt-eher-belustigen.html 

David hat über Jahre gekämpft, Druck standgehalten und sich wieder und wieder an Gott gewandt und gebetet – auch wenn er manchmal Fehler in seinem Leben gemacht hat. Wie ist Gottes Urteil über David? 

Ich habe David gefunden, … einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird“ (Apg 13,22b)

Lasst uns deshalb nicht müde werden und für die Situation der Gemeinde und der Regierung in unserem Land zu Gott um Hilfe rufen

Wir können beten

  • und die Schuld bekennen, dass immer wieder große Gruppen in unserem Land Gottes Namen entehren und Sein Wort für ihre Zwecke missbrauchen
  • und bekennen, dass durch den Versuch, sich der Welt und dem Zeitgeist anzupassen, die Wahrheit der Bibel geleugnet wird 
  • dass die wahre Gemeinde sich nicht durch die massiven Strömungen des Zeitgeistes verwirren lässt
  • dass der Leib Jesu im Land von IHM die Augen geöffnet bekommt für das, was Er uns zu sagen hat und was für uns wichtig ist, dass wir es sehen. „Jesus sagte: Was soll ich für dich tun? Der Blinde sagte: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können!“ (Mk 10,51)
  • dass Jesus uns befähigt, in Seinem Licht zu wandeln. Denn ihr waret einst Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! (Eph 5,8)
  • dass Gott in Seiner Gemeinde viele Stimmen erhebt, die zur Wahrheit Seines Wortes stehen und die gehört werden. „Falsche Lippen sind dem HERRN ein Greuel; wer aber die Wahrheit übt, gefällt ihm wohl.“ (Spr 12,22)

2. Beziehung Deutschland - Israel

Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und gewinne die Erkenntnis wohldurchdachter Pläne. Die Furcht des HERRN ist: das Böse hassen. Stolz und Hochmut, unrechtes Tun und lügnerisches Reden hasse ich. Von mir kommt Rat und Tüchtigkeit; ich bin verständig, mein ist die Kraft. Durch mich regieren die Könige und erlassen die Herrscher gerechte Verordnungen. Mit meiner Hilfe regieren die Mächtigen, die Großen, die für das Recht zu sorgen haben.“ (Spr 8,12-16)

Das ist die Verhaltensregel und die Unterweisung Gottes an eine Regierung: Sie sollte regieren in der Furcht Gottes und bei Ihm Weisheit suchen. Gott warnt vor Stolz und Hochmut, vor unrechtem Tun, d.h. das Brechen des bestehenden Rechts. Er hasst Lügen und Täuschungen, alle Verhaltensweisen, die mit Wortbruch in Beziehung stehen. 

Wie sieht – an diesen Vorgaben gemessen – die Regierungspraxis unseres Landes in den vergangenen 16 Jahren aus?

Folgender Artikel zieht eine erschütternde, realistische Bilanz der Tätigkeit der Regierung Deutschlands unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin in Bezug auf Israel aus.

Lapids und Bennetts alt-neue Diplomatie

Am Sonntag, den 10. Oktober, empfingen Premierminister Naftali Bennett und Außenminister Yair Lapid die scheidende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Abschiedsbesuch in Jerusalem. Obwohl Israels Medien und außenpolitische Eliten Merkel lange Zeit als Israelfreundin dargestellt haben, hat sie während eines Großteils ihrer 16-jährigen Amtszeit eine israelfeindliche und sogar antijüdische Politik betrieben. Unter ihrer Führung hat Deutschland mehr Geld an israelfeindliche politische Gruppen gegeben, einschließlich Gruppen, die sich für einen Boykott Israels einsetzen, als jede andere EU-Mitgliedsregierung

Mit Merkels Unterstützung und diplomatischem Schutz wurde eine illegale Siedlung in Judäa errichtet. Khan al-Ahmar, ein illegales Beduinenlager, wurde auf staatlichem Land an einem strategischen Engpass errichtet, der sowohl Israels Autobahn 1 als auch die Gemeinde Kfar Adumim direkt bedroht. Aber selbst Israels allmächtige Richter des Obersten Gerichtshofs, die vor mehr als zwei Jahren die Auflösung von Khan el-Ahmar anordneten, waren Merkel nicht gewachsen. 

Außerdem hat Deutschland mit Merkel an der Spitze im Gleichschritt mit den Palästinensern für praktisch jede israelfeindliche Maßnahme bei den Vereinten Nationen gestimmt.

Und dann ist da noch der Iran. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2005 hat Merkel die Position Deutschlands als Irans größter Handelspartner in Europa eisern verteidigt. Sie hat sich gegen Sanktionen gewehrt und ihre Kollegen unterstützt, wenn diese die Menschenrechtsverletzungen, die Verbreitung von Atomwaffen und die Unterstützung des Terrorismus durch den Iran herunterspielten. Sie war eine unbeugsame Befürworterin des Atomabkommens mit dem Iran aus dem Jahr 2015, obwohl es dem Iran den Weg zu einem Atomwaffenarsenal offenhält. Sie zeigte sich unbeeindruckt von den umfangreichen Beweisen für die unlauteren Verhandlungen und die systematischen, erheblichen Verstöße des Irans gegen die Beschränkungen, die das Abkommen von 2015 für seine nuklearen Aktivitäten vorsieht. 

Merkel führte den Widerstand der EU gegen die Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump an, die USA 2018 aus dem Atomabkommen aussteigen zu lassen. Sie verbrachte Jahre damit, die Strategie des 'maximalen Drucks' der USA auf den Iran zu untergraben. Wohl unter Verstoß gegen das Völkerrecht blockierte Merkel die Bemühungen der USA, die Umsetzung der sogenannten 'Snapback-Sanktionen' zu erzwingen. Gemäß der Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrats, die dem Abkommen von 2015 zugrunde liegt, wurden die Sanktionen, die der Sicherheitsrat gegen den Iran als Reaktion auf dessen Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag verhängt hatte, ausgesetzt. Die Resolution 2231 sieht vor, dass eine Vertragspartei der Resolution die automatische Wiedereinführung der Sanktionen anordnen kann, wenn sie feststellt, dass der Iran gegen das Abkommen verstößt (snapback"). Merkel führte die EU-3 mit der absurden Behauptung an, dass der Rückzug der USA aus dem Abkommen bedeute, dass sie nicht befugt seien, die Sanktionen wieder in Kraft zu setzen. Selbst wenn diese Behauptung wahr wäre - was nicht der Fall war - stellte sich die Frage, warum Deutschland die Sanktionen nicht wieder in Kraft gesetzt hat. Die Antwort lag auf der Hand: Merkel störte sich nicht an den Verstößen des Iran

Trotz Merkels Engagement für eine Politik, die ihm strategischen Schaden zufügte, tat Israel so, als sei sie eine 'Freundin'. Der Grund dafür war klar. Eine Krise in den deutsch-israelischen Beziehungen würde Israel weit mehr schaden als Deutschland. Deutschland ist Israels größter Handelspartner in Europa und das mächtigste Mitglied der EU. Ein verärgertes Berlin könnte Israels Wirtschaft ruinieren und eine brutale politische und wirtschaftliche Offensive aus Brüssel auslösen. Deshalb haben die israelischen Staats- und Regierungschefs unsere "Freundin Angela" jedes Mal gelobt, wenn sie etwas Trauriges über den Holocaust sagte. 

Doch während es zu ihrer Regierungszeit sinnvoll war, Merkels Feindseligkeit zu beschönigen, ist dies jetzt, wo sie am Ende ihrer Regierungsperiode ist, schwer zu rechtfertigen. Bennett verfolgte keine erkennbaren israelischen Interessen, als er Merkels Deutschland als 'moralischen Kompass Europas' bezeichnete. Vielmehr hat er dem Land geschadet. Indem er eine Frau lobte, die Israel auf Schritt und Tritt unterminiert und unterwandert hat, signalisierte Bennett ihren Nachfolgern, dass sie nur davon profitieren können, wenn sie Israel malträtieren. 

Merkel ist am Sonntagabend schnell abgereist. Und das machte Sinn. Sie hätte am Montag nicht in Jerusalem sein wollen, denn am Montag beging Israel den ersten Jahrestag des Abraham-Abkommens. Merkel war eine der größten Gegnerinnen des historischen Friedensabkommens zwischen Israel und den arabischen Staaten Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko und Sudan. Sie und ihre EU-Kollegen konnten ihre Wut kaum zügeln, als Trump sie ankündigte. Sowohl Berlin als auch Brüssel boykottierten die Unterzeichnungszeremonie des Abraham-Abkommens im Weißen Haus. 

Der Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte auf der Knesset-Veranstaltung zum Jahrestag des Abraham-Abkommens: ‚Solange es hieß, man könne keinen Frieden mit der arabischen Welt ohne Frieden mit den Palästinensern schließen, konnten wir keinen Frieden schließen. Wir haben das palästinensische Veto gebrochen und vier historische Friedensabkommen, die Abraham-Abkommen, zustande gebracht.‘

Wer waren die, die darauf bestanden, den Palästinensern das Vetorecht über den arabisch-israelischen Frieden zu geben? Es waren unter anderem Merkel und ihre Kollegen in der EU und die Demokraten, die auch die Unterzeichnungszeremonie im Weißen Haus boykottierten. Ihr Wunsch, das ‚palästinensische Veto‘ über den arabisch-israelischen Frieden aufrechtzuerhalten, war nie eine einfache Frage der Prioritäten. Es war eine grundlegende Überzeugung, die auf Antisemitismus beruht. 

Indem sie den Palästinensern ein Veto gegen den israelisch-arabischen Frieden einräumten, lehnten Merkel und ihre Kollegen effektiv das Existenzrecht Israels ab. Alle palästinensischen Führungsfraktionen von der PLO bis zur Hamas lehnen das Existenzrecht Israels ab. Alle setzen sich für die physische Zerstörung Israels ein. Die Palästinenser rechtfertigen ihre völkermörderische Haltung, indem sie die Existenz der Juden als Nation und ihre historische Bindung an das Land Israel leugnen. 

Indem sie die Schlüssel zum Frieden in die Hände von Antisemiten legten, die sich der Zerstörung des jüdischen Staates verschrieben haben, erklärten Merkel und ihre Kollegen, dass der arabische Krieg gegen Israel gerechtfertigt sei und auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden sollte. Mit anderen Worten: Sie sagten, Israel habe kein Existenzrecht …"

https://www.israelhayom.com/2021/10/15/lapid-and-bennetts-old-new-diplomacy/

Wir können beten

  • und die Schuld unserer Regierung bekennen, im politischen Handeln in vielen Punkten Entscheidungen getroffen zu haben, die der Nation Israel geschadet haben
  • und bitten, dass unsere Nation nicht weiter den Zorn Gottes dadurch auf sich zieht, dass es sich an der Aufrüstung der Feinde Israels beteiligt.
  • und bitten, dass im Rahmen der Regierungsbildung in unserem Land die Politiker mehr Einfluss gewinnen, die eine positive Haltung zu Israel haben,. „Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen, aber die Gerechten lass bestehen; denn du, gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren.“ (Ps 7,10)
  • dass eine Wende in der Haltung zur Siedlungspolitik Israels und in der Einnahme des Landes in Judäa und Samaria durch Israel geschieht. „Ausländer bauen deine Mauern wieder auf, ihre Könige stehen dir zu Diensten. In meinem Zorn habe ich dich gestraft, aber nun habe ich wieder Erbarmen mit dir und lasse dich meine Liebe spüren.“ (Jes 60,10)
  • dass unsere Politiker erkennen, dass Appeasement, d.h. die Politik der Beschwichtigung,  der falsche Weg ist. Entferne von mir den falschen Weg, in deiner Gnade lehre mich dein Gesetz! (Ps 119,29)
  • für die notwendige Wende der deutschen Außenpolitik, um für die Rechte Israels einzustehen.  „... und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, von ganzem Herzen und von ganzer Seele. Denn also spricht der Herr: Wie ich all dieses große Unglück über dieses Volk gebracht habe, also will ich auch alles Gute über sie bringen, das ich über sie geredet habe.“ (Jer 32,41b-42)
  • dass die Politiker in Verantwortung kommen, die der Wahrheit dienen wollen.  „Das ist es aber, was ihr tun sollt: Redet untereinander die Wahrheit, übet treulich Recht und schaffet Frieden in euren Toren.“ (Sach 8,16)

3. Für die Regierung und die gesellschaftliche Situation

„O Gott, der du uns verstoßen und in deinem Zorn zerrissen hast,
stelle uns wieder her!
Der du die Erde erschüttert und zerspalten hast,
heile ihre Brüche; denn sie wankt.
Du hast dein Volk Schweres sehen lassen,
du tränktest uns mit Taumelwein.
Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben,
dass sie sich erheben angesichts [deiner] Treue. - (Sela.)
Auf dass deine Geliebten errettet werden,
lass siegen deine Rechte und erhöre uns!“ (Ps 60,2-7)

In der KJV Study Bible finden wir zu diesem Psalm folgende Erklärungen:

„Der Du die Erde erschüttert hast (V4) ist ein Bild für die Unterbrechung, die Zerrüttung, die Störung, den Zusammenbruch des alltäglichen Lebens.

du tränktest uns mit Taumelwein (V5) bedeutet: "Wein der Entgeisterung", ein Ausdruck für Gerichte, die bei uns Menschen ein Taumeln und Schwindeln hervorrufen.“

Dies ist eine treffende Beschreibung der Zeit, in der wir uns befinden. Unser alltägliches Leben läuft nicht mehr normal ab. Es gibt Störung, Zerrüttung bis zum tatsächlichen Zusammenbruch. Lasst uns mit Hilfe der folgenden Zitate zur Kenntnis nehmen, wie unnormal inzwischen das Zusammenleben in unserem Land geworden ist.

Richter über ‚richtige‘ und ‚falsche‘ Werte

Rechtsstaatliche Prinzipien und die Werte der Europäischen Union werden immer wieder intensivst beschworen. Bürger der Bundesrepublik Deutschland könnten daher davon ausgehen, dass die dazu gehörigen Freiheitswerte nicht nur von staatlichen, sondern auch nichtstaatlichen Stellen und im allgemeinen Wirtschaftsleben respektiert werden. Doch das ist nach Überzeugung nicht weniger Kritiker längst nicht immer der Fall. Selbst eine frisch in den Deutschen Bundestag gewählte Abgeordnete und noch praktizierende Zahnärztin, Dr. Christina Baum, musste nun die Erfahrung machen, dass sie nach Auffassung eines Hotels nicht die 'richtige' Gesinnung und Weltanschauung hat. Ihre Meinungsfreiheit findet ihre Schranken in dem, was für die Hotelleitung die 'richtigen' menschlichen Werte der Hotelgäste sein sollen. Sie soll deshalb von Buchungen Abstand nehmen. 

Das Hotel teilte dem Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Christina Baum (AfD), mit: 

'Wie Sie bestimmt wissen, steht die AMANO Group für eine weltoffene Gesellschaft und gelebte Diversität. Als Gruppe mit jüdischen Wurzeln gehört dies zu unseren Grundpfeilern des Unternehmens. In unseren Hotels, Restaurants und Bars beschäftigen und beherbergen wir Menschen mit verschiedensten kulturellen Hintergründen, egal ob Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität.

Wie Sie sicher verstehen, werden immer nach einer Bundestagswahl die Bundestagsabgeordnete von unserer Seite recherchiert…

Nachdem wir auch Ihren Namen recherchiert haben, sahen wir, dass Sie gegen Diversität in Religion und sexuelle Orientierung stehen, zudem die AMANO Group steht, was wir außerordentlich bedauern! Da Ihre Weltanschauung und menschlichen Werte sehr von der AMANO Group unterscheiden, bitte wir Sie, nach dem bereits gebuchten Aufenthalt, von zukünftigen Reservierungen in unseren Häusern abzusehen.'

Dass Menschen in Deutschland nicht aufgrund ihrer politischen Anschauung benachteiligt werden dürfen, scheint für die Hotelleitung kein leitendes Handlungsmotiv zu sein. Sie hält es für wichtiger, nur solche Personen als Gäste zu behandeln, deren politische Anschauungen mit denen der Hotelleitung konform sind. Abweichende politische Anschauungen werden der Abgeordneten Baum nicht zugebilligt. Es bleibt jedoch unklar, wie die Hotellleitung zu ihrem Urteil gelangt ist.

Die Werte der Abgeordneten und ihre Reaktion

Vor diesem Hintergrund überrascht nicht, wie die Abgeordete reagiert hat. Sie hat sich mit folgenden Zeilen an das Hotel gewandt:

‚Ihre Antwort zeugt von einer solch unglaublichen Doppelmoral, dass ich mir erlaube, sie zu veröffentlichen.

Sie stellen sich moralisch überhöhend, mich dabei diskriminierend und herabwürdigend, über einen Menschen, den sie überhaupt nicht kennen, postulieren für sich und Ihr Hotel gleichzeitig aber Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz.

Durch Ihre Abweisung meiner Person verstoßen Sie gravierend gegen unser Grundgesetz Art. 3, Abs. 3, in dem es heißt: ‚Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seine Abstammung […] seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.‘

Dazu kommt Ihre gänzlich unbewiesene Behauptung, dass ich ‚gegen Diversität in Religion und sexueller Orientierung stehe‘ und unterstellen mir irgendeine Weltanschauung und (negative) menschliche Werte.

Sie sind anscheinend nicht in der Lage, Kritik an bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen von einer, wie auch immer für Sie sich darstellenden, Weltanschauung zu unterscheiden.

Ich habe interkulturelle Verständigung schon gelebt, da waren Sie noch nicht einmal geboren. Seit 42 Jahren arbeite ich nun schon als praktizierende Zahnärztin, habe in dieser Zeit Diktatur und wahre Demokratie erlebt und dabei Menschen aus aller Herren Länder und mit vielen verschiedenen religiösen Anschauungen gleichermaßen nach bestem Wissen und Gewissen behandelt.

Meine menschlichen Werte wurden mir durch eine humanistische Erziehung meiner Eltern vermittelt, die Sie offensichtlich nicht mal ansatzweise verinnerlicht haben.

Sie sind der typische Vertreter unserer selbsternannten Demokraten, die in Wahrheit einen der wichtigsten Grundpfeiler einer Demokratie, den offen geführten Meinungs- und Ideenwettstreit, mit Füßen treten und durch Diskriminierung, Stigmatisierung bis hin zur Ausgrenzung versuchen, Menschen einzuschüchtern und mundtot zu machen.

In meinem Fall bedeutet Ihre Entscheidung, dass ich an der Ausübung meines Mandates und damit meines Wählerauftrages behindert werde.

Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich meine Reservierung hiermit storniere, Sie wegen Diskriminierung bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes melde und Ihre Mail sowie meine Antwort in die Welt hinaustragen werde.'

Hintergrund zur Politikerin Baum

Christina Baum wuchs in der DDR auf. Sie hatte 1985 aus politischen Gründen einen Ausreiseantrag gestellt, der 1989 genehmigt wurde… 

Zu Ihrer Biographie und politischen Motivation sagt die Mandatsträgerin selbst:

‚Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und habe in dieser Diktatur erfahren müssen, was es bedeutet, seine Meinung nicht offen äußern zu können. Nach meiner Ausreise habe ich erlebt, wie wunderbar das Leben sein kann, wenn man wirklich frei ist. Und genau diese Freiheit sehe ich für meine Tochter und Enkelkinder in Gefahr ...‘

Baum beschreibt sich selbst als Idealistin, die keine Scheu vor politischen Auseinandersetzungen hat, wenn es darum geht, die vom Grundgesetz garantierten freiheitlichen Werte auch zu leben.

Nachdem sie von 2016 bis 2021 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg war und sich der Gesundheitspolitik zugewandt hatte, ihr Mandat aber bei der Landtagswahl 2021 verlor, gelang es ihr nun bei der Bundestagswahl über Platz 8 der Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag einzuziehen… Doch das erfolgreich erworbene Bundestagsmandat half ihr nun bei der Amanogroup wenig. Sie fiel bei der dortigen Gesinnungsprüfung durch.“

https://www.medrum.de/node/16205

 

„Don Alphonso: Die infizierte Gesellschaft

… Die letzten 20 Monaten waren nicht dazu angetan, Vertrauen in die durch das Elend führenden Eliten zu gewinnen…

Selbstverständlich plante die Regierung im März 2020 auch keine Einschränkungen des öffentlichen Lebens, das sei eine Verschwörungstheorie - bis dann sehr schnell der erste Lockdown kam, wie später auch ein Wellenbrecherlockdown, zwei Wochen vielleicht, damit wir Weihnachten feiern können. Übrigens schreibe ich das hier bei einer Inzidenz im Bund von 66,5 – Jens Spahn, seines Zeichens Gesundheitsminister, sagte am 21. Juli für Oktober noch eine Inzidenz von 800 voraus …

Es dauert eben manchmal, bis sich Erkenntnisse durchsetzen. Der - daran habe ich überhaupt keinen Zweifel – Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen etwa bekam vom ZDF am 6. Mai 2020 einen sog. 'Faktencheck' zum Impfzwang, in dem geschrieben steht: 'Prominente Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen fürchten eine 'Impfpflicht über die Hintertür', wie er in einem über zwei Millionen Mal geklickten YouTube-Video sagt. Wer keinen Immunitätsausweis habe, könne an bestimmten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen, so die Befürchtung.' Heute haben wir teilweise 2G mit genau solchen Beschränkungen. Mitunter muss man einsehen, dass der launische Weltenlauf auch mal Leuten recht gibt, die man privat nicht wirklich schätzt …

Wenn ich mir die lange Entwicklung der letzten 20 Monate anschaue, … kann man schwerlich sagen, dass das Land sich in der Zeit nicht massiv zu seinen Ungunsten verändert hätte … Der gnadenlose Umgang mit Wolfgang Kubicki nach seinem Eingeständnis, dass er während des Lockdowns auch mal was trinken war, hat mir zu denken gegeben…

Letzthin schrieb Karl Lauterbach wörtlich: 'Im Frühjahr haben wir 3G: Geimpfte, Genesene (oft Long Covid) und Gestorbene.' Das ist nach meiner bescheidenen Meinung keine Wissenschaft …

Es gibt in Deutschland Entwicklungen, die mir Angst machen …  Meine ohnehin nicht besonders hohen Erwartungen an Staat und das, was man früher Gesellschaft nannte, haben noch einmal deutlich gelitten … Man lernt in solchen Momenten viel über seine Mitmenschen, und sollte, was hoffentlich nie passiert, wirklich einmal ein totalitäres Regime die Macht übernehmen, weiß ich leider heute schon, wie viele sich ducken werden, wie viele sich wenig schlau exponieren, wie viele vorne mit dabei sind, wenn es um Strafen und Durchsetzung geht, und dass es nur wenige gibt, auf die man sich auch bei extrem unterschiedlichen Sichtweisen menschlich verlassen kann. Es nimmt einem keiner die Notwendigkeit ab, auf die letzte Zeit zurückzuschauen, und sich selbst seine Gedanken über den Zustand dieses Landes zu machen…“

https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/plus234379600/Don-Alphonso-Die-infizierte-Gesellschaft.html

 

„Jurist Arnd Diringer: Auch Ungeimpfte haben Anspruch auf Solidarität

Wer an Corona erkrankt, weil er sich nicht hat impfen lassen, soll seine Behandlungskosten selbst tragen: Diese Forderung hört man immer häufiger …

Dass Menschen in einer gesundheitlichen Notsituation medizinisch schlechter oder gar überhaupt nicht behandelt werden, weil sich ein bewusst eingegangenes Risiko verwirklicht, sollte in einem der Menschenwürde verpflichteten Staat nicht einmal erwogen werden. 

Wer das bei Ungeimpften anders sieht, sollte zumindest bedenken, dass sich das Argument auf andere übertragen lässt, etwa Herzinfarktpatienten, deren Erkrankung auf ihrem Lebensstil beruht. Sie mindern ebenfalls die Verfügbarkeit von Intensivbetten – auch während einer Pandemie…

Es wäre unverzeihlich, wenn wir elementare Prinzipien unserer Rechts- und Werteordnung aufgeben würden. Türen, die wir jetzt öffnen, können sich als Tor zur Hölle entpuppen.“

https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus234381640/Jurist-Arnd-Diringer-Auch-Ungeimpfte-haben-Anspruch-auf-Solidaritaet.html 

Unser Land wird in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens grundlegend erschüttert. Wir „taumeln“, weil wir zunehmend und in immer stärkerem Maße uns gegen die guten Ordnungen Gottes stellen.

Die anfangs gegebene biblische Beschreibung solcher Situationen, genau wie Psalm 40 und Psalm 70, stammt von König David. Worin besteht die vom Heiligen Geist inspirierte Verhaltensanweisung für das Volk Gottes, die er uns aufgeschrieben hat?

Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben, 
dass sie sich erheben angesichts deiner Wahrheit. - (Pause.)

Lasst uns weiter im Glauben feststehen und im Gebet für die Wahrheit Gottes in unserem Land eintreten, damit – zumindest in einigen Bereichen – Buße und eine Hinwendung zu Gott und Seinen Ordnungen stattfindet. Nehmt euch Zeit zur Stille, um zu hören, wie Gott euch im Detail im Gebet leitet. Hier folgen einige Anregungen zum Gebet.

Wir können beten

  • und weiter bitten, dass Gott uns eine neue Regierung gibt, die sich in wichtigen Entscheidungen an biblischen Werten orientiert
  • dass die Entscheidungen der vorherigen Regierungen überall da korrigiert werden, wo sie dem Willen Gottes zuwiderlaufen und dem Land schaden
  • dass bestehende gute Ordnungen und Gesetze eingehalten und bei Übertretung angemessen geahndet werden. „Gerechtigkeit erhöht ein Volk; die Sünde aber ist der Völker Schande.“ (Spr 14,34)
  • dass im Bereich Energiewirtschaft Menschen mit Sachverstand gute Entscheidungen treffen, und das nicht die Politiker sich dursetzen, die denken, Deutschland könne und müsse die Welt retten. „Wessen Obhut ist die Erde unterstellt, und wer gibt acht auf die ganze Welt?“ (Hiob 34,13) 
  • dass in allen Diskussionen zur Corona-Situation Stimmen der Wahrheit und Vernunft gehört werden
  • dass die im Grundgesetz garantierten Persönlichkeitsrechte und die Erzeihungsrechte der Eltern nicht ausgehebelt werden
  • dass die im medizinischen Bereich tätigen Personen Kraft und Weisheit haben, allen Kranken zu dienen
  • dass Christen als Jünger Jesu überall da, wo sie sich in der Öffentlichkeit bewegen, ein Zeugnis für die Gnade und Liebe Gottes sein können. „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,16)

Möge der Herr uns alle, die wir jetzt nach der Bundestagswahl um Gnade für unser Land beten, stärken!
 

Heinz-Jürgen Heuhsen
1. November 2021