Wachen und Beten – Oktober 2021

Der folgende erste Abschnitt ist in an Anlehnung an eine Nr. der „Berührungen“ von Ofer Amitai geschrieben.

Psalm 29:
„Ein Psalm Davids.
Gebt dem HERRN, ihr Gottessöhne, gebt dem HERRN Ehre und Macht!
Gebt dem HERRN seines Namens Ehre, betet den HERRN an in heiligem Schmuck!
Die Stimme des HERRN schallt über den Wassern, der Gott der Ehren donnert, der HERR über großen Wassern.
Die Stimme des HERRN ist stark, die Stimme des HERRN ist herrlich.
Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon 
und macht sie hüpfen wie ein Kälbchen, den Libanon und den Sirjon wie einen jungen Büffel.
Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen, die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste,
der HERR erschüttert die Wüste Kadesch.
Die Stimme des HERRN macht Hindinnen gebären und entblättert Wälder,
und in seinem Tempel ruft ihm jedermann Ehre zu.
Der HERR regierte zur Zeit der Sintflut, und der HERR herrscht als König in Ewigkeit.
Der HERR wird seinem Volke Kraft verleihen, der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden!“

Unser Gott ist souverän, und „Er thronte über der Sintflut"!

Mitten in jenem großen Gericht thronte Gott als König. Es war die Stimme des HERRN, die die Sintflut sandte, und inmitten unvorstellbarer Zerstörung wurden acht Menschen in einer von Gott entworfenen Arche vollkommen sicher bewahrt.

Genauso "... herrscht der HERR (jetzt) als König in Ewigkeit".

Noah wurde mitten in der Sintflut vollkommen sicher bewahrt, und so werden auch wir im Messias bewahrt bleiben, wenn wir „hineingehen“ und in Ihm bleiben. Er kann uns durch allen Aufruhr und jede Schwierigkeit unserer Zeit hindurch bewahren.

David, der diesen Psalm schrieb, sah, dass der HERR souverän über die Völker herrscht.

"Viele Wasser" (Vers 3) und "Zedern des Libanon" sind Symbole für Völker, Nationen und große Herrscher (s. Offenbarung 17,15; Jes 17,12-13).

Erheben sich die Völker in Rebellion gegen Gott? Gibt es große Unruhen in der Welt? Gott herrscht souverän über alles und wird für den Schutz Seines Volk sorgen, so wie Er es in den Tagen Noahs getan hat.

David verkündet in Vers 11: "Der HERR wird seinem Volke Kraft verleihen, der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden!“

Als Volk Gottes, als Gemeinde Jesu in diesem Land, brauchen wir diesen Frieden des Herrn in unseren Herzen und deshalb müssen wir uns immer wieder dir richtige Perspektive vor Augen halten.

Dann hörte ich das Rufen einer großen Menge. Es klang wie das Tosen des Meeres und wie lautes Donnerrollen. Sie riefen: Halleluja – Preist den Herrn! Der Herr hat nun die Herrschaft angetreten, er, unser Gott, der Herrscher der ganzen Welt! Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre geben! Der Hochzeitstag des Lammes ist gekommen; seine Braut hat sich bereitgemacht. Ihr wurde ein herrliches Kleid gegeben aus reinem, leuchtendem Leinen! Das Leinen steht für das gerechte, rechtschaffene, gottesfürchtige Leben in Tat und Verhalten der Menschen in Gottes heiligem Volk.“ (Offenb 19,6-8; z.T. wörtl. aus der Amplified Bible)

Jeder, der weiß, dass er im Lebensbuch des Lammes eingeschrieben ist (1 Joh 5,13), kann mit Zuversicht durch diese Zeit gehen. Wir als Jünger Jesu wissen, mit wem wir wohin unterwegs sind, und wir wollen in unserem Leben Seinen Befehlen gehorchen:

Wachet und betet“ (Mk 13,33)

1. Für die Gemeinde

Damit die Gemeinde, „Gottes heiliges Volk“, sich in „Leben und Tat“ richtig verhalten kann, braucht die Gemeinde die Erkenntnis darüber, was die Bibel als richtiges Verhalten bezeichnet. Auf dem Israelkongress vom 23.-26. September, der gerade stattgefunden hat, gab es zu dem Punkt „Aliyah“ gegensätzliche Aussagen.

„Diskussion um ‚biblisches Mandat für Alija‘

Juden haben ein biblisches Mandat, nach Israel einzuwandern. Diese Meinung vertrat der Vorsitzende der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ), Gottfried Bühler, im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Freitag auf dem Israelkongress in Schwäbisch Gmünd. Jüdische Propheten hätten dies in den biblischen Schriften klar zum Ausdruck gebracht. Deswegen gebe es auch eine „Sehnsucht nach Israel“. Einwanderung von Juden aus aller Welt nach Israel nannte Bühler 'eines der ganz großen Wunder der Neuzeit'. 

Der Geschäftsführer des 'Evangeliumsdienst für Israel' (EDI), Armin Bachor, hielt dagegen, dass weder die Apostel, noch Jesus selbst, Alija thematisiert hätten. Aus biblischer Perspektive gebe es keinen Aufruf zur Alija. Vielmehr sei das Zusammenspiel zwischen Alija und Diaspora dynamisch. Dieses Miteinander sei mit dem Verhalten von Zugvögeln zu vergleichen. Auch diese seien an zwei Orten zu Hause. Die Aufgabe für Christen sieht Bachor darin, allen Juden in Demut und Dienstbereitschaft zu begegnen. Kritik übte er an Christen, die sich ausschließlich für Alija stark machen, um die Wiederkunft Jesus zu beschleunigen. Diese befänden sich auf einem Irrweg…

In der Diskussion betonte Bachor außerdem die Notwendigkeit von jüdischen Diaspora-Gemeinden. Diese seien aus einer geistlich-theologischen Sicht sehr wichtig: ‚Wenn Juden nicht mehr in der Diaspora sind, verliert die Kirche den Blick für ihre Wurzeln‘ …

https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/09/25/diskussion-um-biblisches-mandat-fuer-alija/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bdata%5D=date%3AU&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bstrftime%5D=%25y-%25m-%25d&cHash=881bf1c5797a9c115a398a961ba5a321

„Der Evangeliumsdienst für Israel e.V.  ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Armin Bachor ist Theologischer Leiter und Geschäftsführer … Wir sind in der Evangelischen Kirche in Württemberg beheimatet … Unsere Referenten predigen in Gottesdiensten in Kirchen und Gemeinden.“  https://www.edi-online.de/start/%C3%BCber-uns/

Wir sehen, dass auch in diesem Bereich eine klare biblische Position durch das theologische Verständnis der EKD als „Irrweg“ bezeichnet und das Gegenteil der biblischen Aussage als „sehr wichtig“ bezeichnet wird.

Wir können beten

  • dass der Herr Seiner Gemeinde den Geist der Unterscheidung gibt (1 Kor 12,10)
  • dass Er denjenigen, die durch falsche Aussagen zur Aliyah verwirrt wurden, Klarheit aus Seinem Wort gibt. „Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden“ (2 Petr 2,1).
  • dass Referenten, die eine falsche biblische Lehre weitergeben, von Gemeinden nicht eingeladen werden
  • dass diejenigen, die den Auftrag der Gemeinde zur Beteiligung an der Aliyah erkannt haben, darüber mit Autorität lehren und dazu beitragen, dass die Aliyah aus Deutschland in die Tat umgesetzt wird. „Siehe, ich will mit meiner Hand den Heiden winken und den Völkern mein Panier aufrichten; dieselben werden dir deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf den Achseln herzutragen.“ (Jes 49,22)
  • dass gerade in Deutschland von der Gemeinde die Aliyah mit Gebet und Tat stark unterstützt wird, damit die Juden nicht wieder in unserem Land Opfer von „Jägern“ werden und umkommen, weil sie der Aussage „sie seien an zwei Orten zu Hause“ glauben. „Es kommen Tage, spricht der HERR, da man nicht mehr sagen wird: So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat ! sondern: So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israel herausgeführt hat aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hat! Denn ich will sie wieder in ihr Land führen, das ich ihren Vätern gegeben habe. Seht, ich will viele Fischer senden, spricht der HERR, die sie fischen sollen; darnach will ich viele Jäger senden, die sie jagen sollen von allen Bergen und von allen Hügeln und aus den Felsenklüften.“ (Jer 16,14-16)

2. Beziehung Deutschland - Israel

Dazu ein Medienbericht vom 21. September 2021

„Deutschland investiert 100 Millionen Euro in palästinensische Projekte in umstrittenem Gebiet

Deutschland hat ein Abkommen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde abgeschlossen, das vorsieht, 100 Millionen Euro in Projekte im umstrittenen C-Gebiet zu investieren. Das biblische Judäa und Samaria ist in drei Gebiete aufgeteilt, von denen das C-Gebiet zivilrechtlich und militärisch von Israel verwaltet wird … Nach dem Osloer Abkommen hat der jüdische Staat dort die Hoheitsrechte …

Das C-Gebiet bereitet nicht wenigen Experten Kopfzerbrechen – für Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern stellt es eine besonders hohe Hürde dar. Auf Grund und Boden läuft ein Wettstreit zwischen den ansässigen Israelis und der Autonomiebehörde. Keine Ausgabe ist zu hoch, wenn es darum geht, in die lokale Infrastruktur zu investieren. Jetzt hat sich aber eine weitere Partei mit ihrem Geld hinter einen der beiden Wettstreiter gestellt: Deutschland will palästinensische Projekte in der Zone stärken. Das ist Teil einer größeren europäischen Initiative, Hilfsgelder spezifisch in der umstrittenen Region zu investieren. Das schließt auch viele Bauten mit ein, die keine Genehmigung von Israel erhalten haben, und deren Errichtung damit gegen das internationale Recht verstößt … 

Die israelische Organisation Regavim, die illegale Bauten in dem Gebiet dokumentiert, … sieht diese Bauten als Teil eines Plans, einen palästinensischen de-facto Staat zu errichten. Diesen Plan habe der ehemalige Palästinenserpremier Salaam Fayyad bereits im Jahr 2009 dem Kabinett in Ramallah vorgelegt. 

Auch die jüdischen Räte in Judäa und Samaria haben ihre Empörung über den jüngsten Schritt Deutschlands zum Ausdruck gebracht. Der Leiter des Regionalrats von Benyamin, Yisrael Ganz, erklärte, dass ‚die israelische Regierung die arabische Besetzung von Judäa und Samaria, die in alarmierendem Tempo voranschreitet, missachtet hat und auch heute noch missachtet. Deutschland steckt tief in den Bemühungen und es wird langsam zu spät.‘ Premierminister Naftali Bennett geriet in die Kritik, weil er sein Versprechen nicht halte, illegale Bauten der EU abreißen zu lassen. 

Andere Kritiker argumentieren, die deutsche Regierung habe offenbar noch immer noch nicht verstanden, dass mehr Geld für die Palästinenser den Konflikt nicht entschärfe, sondern ihn befeuere.“

https://www.fokus-jerusalem.tv/2021/09/21/deutschland-investiert-1-million-euro-in-palaestinensische-projekte-in-umstrittenem-gebiet/

Es ist beschämend, dass unsere Politiker weiterhin Steuergelder in Millionenhöhe in Projekte investieren, die gegen internationales Recht verstoßen und die Autorität des Staates Israel untergraben.

Wir können beten

  • und die Schuld bekennen, dass die noch amtierende Regierung Deutschlands zum Schaden Israels gegen internationales Recht verstoßen hat
  • und um Gnade bitten, dass eine neue deutsche Regierung internationales Recht achtet und nicht gegen die Interessen Israels arbeitet. „Denn die Nation …, die dir (Israel) nicht dienen wollen, werden untergehen, und diese Nationen werden gewiss vertilgt werden.“ (Jes 60,12)
  • dass das Handeln einer neuen deutschen Regierung von der Furcht Gottes bestimmt wird und diese Regierung die Finanzierung aller gegen Israel gerichteten Aktivitäten der Palästinenser einstellt. „Wer über Menschen herrscht, muss gerecht sein, in der Furcht Gottes herrschen.“  (wörtl. aus der NKJV) (2 Sam 23,3)
  • dass durch die neu zu bildende Regierung eine grundsätzliche Wende der deutschen Politik gegenüber Israel zum Guten stattfinden möge! „Ausländer bauen deine Mauern wieder auf, ihre Könige stehen dir zu Diensten. (Jes 60,10)
  • für eine Regierung, die anerkennt, dass dieses ganze Land – auch Judäa und Samaria - Israel gehört. „Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern zusammenbringen und will sie in ihr Land führen und sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Wohnorten des Landes!“ (Hes 34,13)

3. Für die Regierungsbildung

Aus der Perspektive des Wortes Gottes zeigen viele Entscheidungen unseres Parlaments aus den vergangenen Legislaturperioden, dass wir „… ein Volk (sind), das sich nichts sagen lässt und widerspricht“ (Rö 10,21).

In den Psalmen beschreibt David diese Haltung mit folgenden Worten: „Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen … Alle ihre Worte sind falsch und erlogen, verständig und gut handeln sie nicht mehr.“ (Ps 36,2-4)

Deshalb lasst uns weiter dafür beten, dass durch die jetzt laufenden Koalitionsverhandlungen eine Regierung zustande kommt und solche Parlamentarier verantwortliche Positionen übernehmen, die die im Grundgesetz geforderte „Verantwortung vor Gott und Menschen in politisches Handeln umsetzen. Neben dem Bereich der Beziehung Deutschlands zu Israel (s.o.) wollen wir z.B. für diese notwendige Rückkehr unserer Politik zu einer Orientierung an biblisch-christlichen Werten den Bereich von Ehe, Familie und Sexualmoral erwarten.

Wir können beten

  • dass Gott die folgende Verheißung, die Er für Israel gegeben hat, auch für unser Parlament wahr macht. „Ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Kenntnis und Verstand“ (Jer 3,15).
  • dass alle Versuche, besondere „Kinderrechte” im Grundgesetz zu verankern, die dem Staat mehr Zugriff in die Familien hinein ermöglichen sollen, gestoppt werden.
  • dass die Aufgabe, das Leben der ungeborenen Kinder im Mutterleib zu schützen, wieder in den Mittelpunkt staatlichen Handelns rückt, anstatt Abtreibung massiv zu fördern. Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben Frevel.“ (Ps 58,2-3)
  • dass die neue Regierung davon abrückt, weiterhin vor allem die Kinderbetreuung außerhalb des elterlichen Hauses zu fördern, anstatt Familien grundlegend zu stärken und die Kinderbetreuung auch im Familienrahmen zu ermöglichen.
  • dass Gruppen wie „Demo für Alle“ und Personen wie Birgit Kelle, die sich hier sehr engagieren, geschützt und weiterhin von Gott gebraucht werden.
  • dass die Ehe wieder klar als Verbindung eines Mannes mit einer Frau dem deutschen Grundgesetz entsprechend definiert wird und nicht den dem Zeitgeist entsprechenden  Forderungen der LGBT-Ideologen geopfert wird
  • dass es nicht gelingt, solche Gesetze durchzubringen, die dem Willen Gottes direkt zuwiderlaufen und zunehmend Gottes Gericht über unser Land bringen
  • dass bei der Erstellung von Gesetzesvorlagen die Regierung gottesfürchtige Berater bekommt. „Entferne üble Berater aus der Nähe des Königs, dann wird er gerecht regieren und seine Herrschaft wird Bestand haben.“ (Spr 25,5)
  • dass da, wo die Regierenden falsche Entscheidungen getroffen haben, die Gerichte diese korrigieren und nicht bestätigen.
  • dass in den Verhandlungen zur Regierungsbildung Gottes Wille für unser Land verwirklicht wird. „Menschen haben den Kopf voller Pläne, doch nur der Beschluss des HERRN wird ausgeführt.“ (Spr 19,21)

Heinz-Jürgen Heuhsen
1. Oktober 2021