Wachen und Beten - März 2020 / Nr. 2

"Ich bin der HERR und sonst ist keiner" (Jes 45,5).

Im Moment treffen wir uns jeden Tag in einer kleinen Gruppe, um für den Leib Jesu, für Israel und die Regierungen in Deutschland und Israel zu beten. Aus unserem Gebetstreffen heute Morgen entstand der Impuls für diese Ausgabe von „Wachen und Beten“. Zum Verständnis ist es hilfreich, dazu erst einmal Jesaja 45 ganz zu lesen.

Jes 45,6b-7: „… Ich bin der Herr, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unglück schaffe. Ich, der Herr, tue solches alles.“

Welch eine Herausforderung an unseren Glauben! Gott gibt Frieden – das wollen wir glauben. Doch dann kommt „und“… Was erwarten wir? Hier kommt in der hebräischen Bibel zum Ausdruck, dass Gott – ausgedrückt mit demselben Wort, das für die Schöpfung Himmels und der Erden gebraucht wird – ebenso in einem Schöpfungsakt „Unglück, Unheil, Not, Kummer, Trübsal“ „schafft“. Damit sind wir in unserer Gotteserkenntnis herausgefordert.

Ich glaube, Gott will und muss uns als Leib Jesu in Seinem Erbarmen erschüttern, damit das Unerschütterliche, z.B. wie Er in Wahrheit ist, offenbar wird.

Jes 45,9: „Wehe dem der mit seinem Schöpfer hadert … Spricht auch der Ton zu seinem Töpfer: ‚Was machst du?‘…“

Jes 45,16: „Sie alle werden beschämt und auch zuschanden, sie geraten alle in Verwirrung, die Götzenmacher.“ (KJV)

Jes 45,17: „Aber Israel wird durch den Herrn errettet …“

Jes 45,22-23: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und keiner sonst! Ich schwöre bei mir selbst, Gerechtigkeit geht aus meinem Munde, ein Wort, das nicht zurückgenommen wird: Mir soll sich beugen jedes Knie und mir wird schwören jede Zunge“ („…jede Zunge wird mir Loyalität, Gehorsam… schwören;“ Übersetzung aus NASB; vgl. 5 Mose 6,13; Ps 63,12)

Jes 45,24-25: „Nur im Herrn so wird man sagen habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm werden alle kommen; aber sich schämen müssen alle, die ihm widerstrebt haben. Im Herrn wird gerechtfertigt werden und seiner sich rühmen der ganze Same Israels“. (NASB)

In der Onlineausgabe der Welt wurde heute (18. März) ein Interview mit dem Papst veröffentlicht:

Papst Franziskus: ‚Herr, halte die Epidemie mit deiner Hand auf.‘ Dafür habe ich gebetet.

WELT: Heiliger Vater, um was haben Sie gebeten, als Sie in den beiden römischen Kirchen gebetet haben?

Papst Franziskus: Ich habe den Herrn gebeten, die Epidemie zu stoppen: Herr, halte sie mit deiner Hand auf. Dafür habe ich gebetet.

WELT: Wie kann man in diesen Tagen leben, ohne das Gefühl zu bekommen, die Zeit sei verschwendet?

Papst Franziskus: Wir müssen die kleinen Dinge in ihrer wahren Beschaffenheit wiederentdecken, die kleinen Aufmerksamkeiten, die wir unseren Nächsten, unserer Familie, unseren Freunden gegenüber haben sollten. Wir sollten verstehen, dass in den kleinen Dingen unser wahrer Reichtum liegt. Es gibt sehr feine Gesten, die in der Anonymität des Alltags manchmal verlorengehen, Gesten der Zärtlichkeit, der Zuneigung, des Mitgefühls, die aber entscheidend und wichtig sind. Eine warme Mahlzeit zum Beispiel, eine Streicheleinheit, eine Umarmung, ein Telefonat ... Es sind diese vertrauten Gesten der Aufmerksamkeit für die Kleinigkeiten des Alltags, die dem Leben einen Sinn geben und dafür sorgen, dass es zwischen uns Gemeinschaft und der Kommunikation gibt.“

In dem gesamten Artikel werden – außer in der Überschrift – nirgendwo Gott oder die Bibel erwähnt … Das Interview endet folgendermaßen:

WELT: Viele Menschen sind nicht gläubig. Woher sollen diese ihre Hoffnung nehmen in diesen Tagen?

Papst Franziskus: Alle sind Kinder Gottes und werden von ihm gesehen. Auch wer Gott noch nicht begegnet ist, wer nicht das Geschenk des Glaubens hat, kann seinen Weg dorthin finden, in den guten Dingen, an die er glaubt. Er oder sie kann Kraft finden in der Liebe zu seinen Kindern, zu seiner Familie, zu seinen Geschwistern. Man kann sagen: ‚Ich kann nicht beten, weil ich nicht glaube.‘ Man kann aber an die Liebe der Menschen glauben, die einem nahe sind, und dort Hoffnung finden.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article206625305/Papst-Franziskus-Herr-halte-die-Epidemie-mit-deiner-Hand-auf-Dafuer-habe-ich-gebetet.html

In diesen Tagen von Angst und Verwirrung möchten wir dazu ermutigen, sich dem Herrn Himmels und der Erde, dem, der „Frieden gibt und Unglück schafft“ (Jes 45,7) im Gebet zuzuwenden. Unser Gebet muss allerdings Gottes Wort und Willen entsprechen, damit Er es erhören kann. Nur wenn wir IHN kennen, wenn wir aus der Bibel verstehen und ergreifen, wie Er in Wahrheit ist, können wir das beten, was Seinem Willen entspricht. Ansonsten stehen wir in Gefahr, aus eigenen Gedanken, Wünschen und unserer Seele heraus zu beten.

Ich glaube, dass Gott in all dem, was geschieht, Seine guten Rettungsabsichten sichtbar macht. Ich glaube, dass wir Erschütterungen erleben, die Gott in Seiner Gnade „schafft“, damit Menschen sich IHM, bei dem allein Leben und wahres Leben zu finden ist, zuwenden.

In Jesaja, Kapitel 43 bis 45, kommt die Aussage etwa 12 Mal wörtlich oder sinngemäß vor: „Ich bin der Herr, und außer mir ist kein Erretter.“

Gebete

1) Dank

  • Danke, dass wir wissen: unser Leben liegt völlig in Deiner Hand (Ps 139,16)
  • Du bist Gott, Du allein
  • Du bist voll Erbarmen mit uns Menschen
  • Du willst, dass alle Menschen errettet und zur Erkenntnis Jesu Christi kommen
  • Du allein gibst Frieden, Heilung und Rettung
  • Danke für Deine gnädigen Rettungsabsichten, dass Du in all dem, was in diesen Tagen geschieht, sagst: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und keiner sonst!“ (Jes 45,22)
  • Danke, dass dies eine Zeit ist, in der Du Herzen prüfst und zu Dir ziehst

2) Bitten

  • Gib Deiner Gemeinde in diesen Tagen Gnade, Licht für die Welt zu sein (Mt 5,14)
  • Gib deinen Jüngern Gnade, in diesen Tagen so zu leben, dass andere dadurch zu Jesus gezogen werden (1 Petr 2,12)
  • Schenke es unserer Regierung und allen Verantwortungsträgern in unserem Land, in der Furcht Gottes weise Entscheidungen zu treffen, die den Menschen im Land in dieser Situation helfen und Frieden bewahren.

Heinz-Jürgen Heuhsen, 18. März 2020

Wir von IFI-D befinden uns in engem und regelmäßigem Austausch mit Ofer Amitai. Anregungen aus diesem Austausch gehen auch in diese Veröffentlichung mit ein. Ofer Amitai ist Pastor einer Gemeinde in Jerusalem und leitet das Israel Prayer Center. Dessen wöchentliche „prayer directions“ (englischsprachig) sind hier einzusehen. https://www.israelprayercenter.org/weekly-prayer-intercession