"Berührungen" Nr. 115

Mk 3,13-20:
„Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. Und er verordnete zwölf, dass sie bei ihm wären und dass er sie aussendete zu predigen und dass sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, beilegte; und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananäer, und Judas Ischariot, der ihn auch verriet. Und sie gingen in ein Haus…“

Bevor Judas als Verräter auftrat, wurde er nach dem persönlichen Wunsch des Sohnes Gottes berufen. Yeschua "rief zu sich diejenigen, die Er Selbst wollte". Judas wurde wie die übrigen Zwölf dazu bestimmt, "mit Ihm zu sein", um zu "predigen" und ihm wurde Macht gegeben, "Krankheiten zu heilen und Dämonen auszutreiben".

Was ging schief, könnte man fragen?

Judas war beleidigt.

Die Männer, die Yeschua berief, waren keineswegs perfekt oder gar dazu geeignet, die "zwölf Grundsteine" der Stadt Gottes zu sein (Offb 21,4).

Der Bericht des Neuen Testaments ist auch ein Bericht ihrer Entwicklung und Verwandlung von gewöhnlichen Männern in Apostel. Und der Bericht beweist, dass Yeschua sie nicht nur lehrte, sondern zuweilen auch zurechtwies.

Er wies Petrus zurecht, als dieser versuchte, ihn daran zu hindern, ans Kreuz zu gehen. Er tadelte Jakobus und Johannes für ihre Gesinnung, dass sie Yeschua um Erlaubnis baten, wie der Prophet Elia Feuer vom Himmel auf die Samariter herabrufen zu dürfen. 

Auch nach Seiner Auferstehung schonte Yeschua die Apostel nicht.

Mk 16,14:
„Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten.“

Im Fall von Judas war es die Liebe zum Geld, weshalb er sich an Yeshua ärgerte, nachdem dieser der Frau mit dem Alabasterfläschchen erlaubt hatte, das teure Parfüm an ihn zu verschwenden. Ja, eigentlich waren alle Jünger darüber „entrüstetet".

Dieses Wort „entrüstet“ hat eine sehr ähnliche Bedeutung wie „verletzt sein“. Aber niemand außer Judas hatte zugelassen, dass solch eine „Verletzung“ ihn davon abhielt, dem Lamm zu folgen.

Jeder von uns mag unterschiedliche Probleme, Themen oder Gründe haben, sich am Herrn „zu ärgern“. Selbst wenn wir Ihn nicht direkt beschuldigen, können wir leicht daran Anstoß nehmen, dass Er zulässt, dass uns etwas Unzumutbares widerfährt - sei es durch Umstände oder durch andere Menschen.

Das Geheimnis, wie wir in solchen Momenten überwinden können, besteht darin, uns zu demütigen, uns immer wieder an Ihn zu wenden und nie aufzuhören, Ihm den ganzen Weg bis hin zum Kreuz zu folgen. Dort ist es, wo wir das Unfassbare des Kreuzes sehen werden, und dort ist es, wo Seine Liebe uns überwinden wird.

Was Yeschua zu Johannes dem Täufer sagte, sagt er zu uns allen:

Lk 7,23:
„und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert!“

Sei gesegnet in Yeschua,

Ofer


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