"Berührungen" Nr. 102

Jer 4,10:
„Ich aber sprach: Ach, HERR GOTT, gewiss hast Du dies Volk und Jerusalem sehr getäuscht, als du sagtest: ‚Ihr werdet Frieden haben‘, wo doch das Schwert uns ans Leben geht!‘“

Während Gott Jeremia sandte, um Juda zur Umkehr zu rufen und es vor dem drohenden Gericht zu warnen, falls es nicht umkehren würde, ließ Er auch zu, dass falsche Propheten ein blühendes Geschäft mit der Verbreitung von Götzendienst und falschen Friedensversprechungen betrieben - was sie in Seinem Namen taten!

In Anerkennung der Souveränität Gottes „beschuldigt" Jeremia Gott wegen der Täuschung durch die falschen Propheten.

Warum hat Gott die falschen Propheten nicht gestoppt? Weil Seine Souveränität nicht „die moralische Freiheit der Menschen als freiwillige Akteure zerstört" (1). Er ist in der Tat souverän, aber wir sind sowohl frei zu wählen als auch verantwortlich für unsere Entscheidungen!

Warum würde jemand lieber getäuscht werden, könnte man fragen. Deshalb, weil wir unseren eigenen Willen dem Willen Gottes vorziehen. Es ist einfacher für uns, das zu hören, was wir hören wollen. Wir möchten lieber in dem bestätigt werden, was wir uns wünschen - selbst wenn es dem Wort Gottes, dem Wesen Gottes und dem Charakter Gottes, wie sie im Wort offenbart sind, widerspricht. 

Tatsache ist, dass sich das Volk gerne täuschen ließ!

Jer 5,31:
„Die Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene Faust, und Mein Volk hat's gern so.“

Wie kam es zu all dem in einer Nation, in deren Mitte Gott wohnte?

Erstens: Sie verleugneten die Herrschaft Gottes -

Jer 5,12:
„Sie verleugnen den HERRN und sprechen: ‚Das tut Er nicht; so übel wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.‘“

Es ist so, als ob sie den ICH BIN ablehnten und sagten „nicht Er“.

Zweitens: Sie weigerten sich hartnäckig, auf den Ruf Gottes zu hören –

Jer 7,24:
„Aber sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht.“

Drittens: Sie hielten an der Täuschung fest! –

Jer 8,5:
„... Sie halten am Betrug fest, sie weigern sich umzukehren."

Das Gleiche finden wir im Neuen Testament.

2 Thess 2,10-11:
„... weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben,“

Wie können wir verhindern, dass wir betrogen werden?

Yeschua sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen Mir." (Joh 10,27)

Dieser Vers spricht von Seiner Herrschaft (Mein ist großgeschrieben), von Seinem Wort (Meine Stimme) und von Seinem Willen (folgt mir).

Erstens sind wir aufgerufen, an den Herrn zu glauben und uns Seiner Herrschaft zu unterwerfen.

Zweitens sind wir aufgerufen, Sein Wort anzunehmen. (Das geschriebene Wort ist die Stimme des Herrn.)

Drittens sind wir aufgerufen, uns Seinem Willen zu unterwerfen und Ihm zu folgen. „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe", sollte unser Gebet sein.

Auf diese Weise wird uns Gottes Stimme vertraut. Wenn wir uns Seinem Wort unterordnen, lernen wir Seiner Stimme kennen. Wir werden lernen, Seine Stimme von allen anderen Stimmen (einschließlich unserer eigenen) zu unterscheiden, indem wir Sein Wort in unserem Leben praktisch erfahren.

Und dann wird Yeschua über uns sagen können:

Joh 10,5:
„Doch werden sie keineswegs einem Fremden folgen, sondern vor ihm fliehen, denn sie kennen die Stimme von Fremden nicht."

Sei gesegnet im Messias,

Ofer


(1) A.R. Fausset JFB commentary


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