"Berührungen" Nr. 54

Jes 51,1
„Höret mir zu, ihr, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, ihr, die ihr den HERRN suchet.
Sehet auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf die Brunnenhöhle, daraus ihr gegraben seid!“
Jes 51,2
„Sehet auf Abraham, euren Vater, und auf Sarah, welche euch geboren hat; denn als Einzelnen habe ich ihn berufen und ihn gesegnet und gemehrt.“
Jes 51,3
„Denn der HERR wird Zion trösten, Er wird alle ihre Trümmer trösten; Er wird ihre Einöde wie Eden machen und ihre Wüste wie den Garten des HERRN. Freude und Wonne wird darin gefunden werden, Danksagung und Lobgesang.“
 
Als der Herr ein Volk für Sich selbst schaffen wollte, berief er einen Mann aus einer götzendienerischen Familie, gab ihm eine unfruchtbare Frau und wartete so lange, bis beide physisch nicht mehr in der Lage waren, einen Nachkommen hervorzubringen.
 
Als der Herr ein Volk für Sich selbst erlösen wollte, gab er es als erstes unter die Knechtschaft einer großen Nation und führte es dann auf trockenem Boden geradewegs durch das Meer.
Als der Herr die Zeit bestimmte, Rettung auf die Erde zu bringen, sandte Er Seinen Sohn, der Ihm ebenbürtig ist, sich aller Privilegien und Herrlichkeit entäußerte, in menschlicher Gestalt kam und die größte Schlacht aller Zeiten gewann, indem er am Kreuz starb.
 
Das ist keineswegs theoretisch, sondern die Art, wie Gott oft auch in unserem Leben arbeitet.

Ps 102,24
„Er hat auf dem Wege meine Kraft gebeugt; Er hat meine Tage verkürzt.“
 
Weshalb arbeitet Gott so?
Damit alles von Ihm sei. Denn „auf dem Nichts des Menschen richtet Gott Seine größten Werke auf“ (1)
 
Diese Dinge können wir nur schwer begreifen. Wir haben erwartet, dass wir – einmal errettet – von Kraft zu Kraft, von Segen zu Segen in eine unvorstellbare Glückseligkeit hineingehen würden. Wir sehen jedoch in der Schrift, dass der Weg zur Festtafel durch das Tal der Todesschatten führt.
 
Ps 23,4-6
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“
 
‚Er zerstört, damit Er bauen kann; denn wenn Er dabei ist, Seinen heiligen Tempel in uns zu errichten, zerstört Er erst einmal vollständig jenes eitle und wichtigtuerische Gebäude, das menschliche Kunst und Kraft errichtet haben, und aus dessen schrecklichen Trümmern wird eine neue Struktur geformt – allein durch Seine Macht.‘ (1)
 
Vieles in Jesaja 51 soll die Aufmerksamkeit des Volkes Gottes auf diese Wahrheiten richten und sie ermutigen zu glauben. Sie waren entmutigt (s. Jes 49:14) und Gott rief sie dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf Ihn selbst und auf Seine Werke zu richten.
 
Jes 51,1
„Höret mir zu“…“Sehet“
Jes 51,4
„So merke nun auf mich“…“leiht mir eure Ohren“
Jes 51,7
„Höret mir zu“
 
Viele Christen haben erwartet, dass Israels Wiederherstellung von Herrlichkeit zu Herrlichkeit vor sich gehen würde; doch so geschah es nicht. Und derzeit ist es eine geistliche Wüste. Aber Gott hat gesagt:
 
Jes 51,3
„Denn der HERR wird Zion trösten, Er wird alle ihre Trümmer trösten; Er wird ihre Einöde wie Eden machen und ihre Wüste wie den Garten des HERRN. Freude und Wonne wird darin gefunden werden, Danksagung und Lobgesang.“
 
Damit der Garten ein Garten des HERRN ist, muss der HERR im Garten sein. Und somit wird Israel zu einem Garten des Herrn werden, wenn Er Selbst zu ihm kommt. Er wird der entscheidende Unterschied sein. Er IST der ganze Unterschied – sowohl in Israel als auch in unser aller Leben.
 
Heute Abend, am Abend des Versöhnungstages, werde ich für das Größte danken, das jemals im Universum vollbracht worden ist. Gottes Sohn wurde in dieser Stadt gekreuzigt. Er starb in Schwachheit, Er wurde auferweckt in Kraft, und Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, um jedes Wort zu erfüllen, das Er jemals ausgesprochen hat.
 
In der Zwischenzeit werde ich Gottes Ruf, auf Seine Wege „zu hören, zu sehen, zu achten“, beherzigen, damit ich nicht schwach werde oder Seinem Wirken in Israel und in meinem Leben widerstehe. Und - ich werde im Glauben auf Ihn warten.
 
Das solltest du auch tun.
 
 
1) Madame Guyon: An Autobiography (p.14). Chicago, IL: Moody Press.

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